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München – Nach dem 1:1 des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain (Hinspiel 4:5) und dem Halbfinal-Aus gab es auch um kurz nach Mitternacht auf der Pressekonferenz in der Allianz Arena nur ein großes Thema: die Leistung von Schiedsrichter João Pinheiro (38/BILD-Note 6)! In seinem ersten Champions-League-Halbfinale hatte der Portugiese (pfiff bisher nur ein Achtelfinale in der Königsklasse) weder in der 29. Minute die Gelb-Rote Karte für ein absichtliches Handspiel von PSG-Star Nuno Mendes (23) gezeigt, noch zwei Minuten später auf Handelfmeter für den Deutschen Meister entschieden. Im Spiel waren die Bayern außer sich!
Drei Minuten Schiri-Klartext von Kompany
Als BILD den Bayern-Trainer um 0.09 Uhr nach den beiden Zoff-Szenen fragte, sprach Vincent Kompany (40) drei Minuten lang Schiri-Klartext. Für den Belgier hätte es zwingend Gelb-Rot für Nuno Mendes (hatte Gelb nach einem Foul gegen Michael Olise in der 8. Minute) geben müssen: „Für mich war es deutlich auch die zweite Gelbe Karte und dann auch die Gelb-Rote Karte. Ganz deutlich! Irgendwie haben wir dann einen Pfiff gegen uns bekommen. Und die Szene ist natürlich eine Szene, die dieses Spiel entscheidet.“

Immer wieder hebt Vincent Kompany (40) im Gespräch mit dem BILD-Reporter den Zeigefinger
Foto: UEFA via Getty Images
Schiedsrichter Pinheiro hatte in der Szene in der 29. Minute jedoch ein vermeintliches Handspiel zuvor von Konrad Laimer (28) gepfiffen und Mendes deswegen nicht verwarnt. Kompany konterte dazu mit strengem Blick: „Ich habe dreimal die Bilder gesehen. Vielleicht haben Sie andere Bilder gesehen? Ich habe kein einziges Bild gesehen, wo Konrad Laimer den Ball mit seiner Hand berührt. Stimmt das? Hat jemand vielleicht andere Bilder gesehen hier? Nein? Es sitzen hier mindestens 50 Leute. Nicht eine Person sagt, dass sie ein anderes Bild gesehen hat. Also ich war zehn Meter davon entfernt. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass Konni den Ball mit seiner Hand berührt hat. Es war ganz deutlich, dass er mit seiner Hüfte vorbeikommt, dass er den Ball mitnimmt mit der Hüfte.“

Hier nimmt Bayern-Star Konrad Laimer (28) den Ball mit der Hüfte und dem Bauch mit – und vermutlich nicht mit dem rechten Arm
Foto: DAZN
Es geht um ein PSG-Handspiel und eine Gelb-Rote Karte
Dann schwenkt Kompany auch noch auf die Szene in der 31. Minute: PSG-Zauberer Vitinha (26) schießt im eigenen Strafraum bei einem Klärungsversuch João Neves (21) an den abgespreizten Arm. Alle Bayern-Spieler reklamieren lautstark auf dem Platz. Die Bank ist aufgebracht, schimpft in Richtung Schiri!

In der 31. Minute schießt PSG-Star Vitinha (26/r.) den Ball an den linken Arm von João Neves (21) – kein Elfer
Foto: DAZN
Kompany: „Dann sehen wir diese Szene heute (lacht). Seine Hand ist da irgendwie in der Luft. Der Ball berührt die Hand und dann wird gesagt: Das war angeschossen vom eigenen Spieler.“ Laut Reglement des IFAB (International Football Association Board) wäre in dem Fall auf keinen Strafstoß zu entscheiden. Doch Kompany führt die große Entfernung an, sodass Neves genug Zeit gehabt habe, seine Hand wegzuziehen: „Der eigene Spieler war zehn Meter entfernt!“
Was Kompany in der Schiri-Debatte betont
Zum Vergleich gönnte sich der Bayern-Trainer einen Hinweis auf den Handelfmeter im Hinspiel in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gegen Alphonso Davies (25). Kompany: „Ich verstehe schon die Regeln. Was gesagt wurde, ist, dass bei der Szene in Paris der Ball erst mal klar den Körper von Alphonso Davies berührt und dann erst seine Hand. Aber, weil es eine Flanke Richtung Tor war, haben sie gesagt, ist es dann trotzdem Elfmeter. Aber jeder, der ein bisschen Fußball gespielt hat, weiß, dass es eigentlich nicht richtig ist, weil der Ball erst mal an den Körper geht und dann an die Hand.“

Bayern-Star Alphonso Davies (25)
Foto: Getty Images
Kompany war in seiner Drei-Minuten-Rede mit dem Schiri-Klartext (wieder) ruhig, bemüht um Sachlichkeit in der Debatte – und am Ende würdigte er auch noch die Leistung des Teams von Titelverteidiger-Trainer Luis Enrique (55): „Ich möchte trotzdem nichts von der Leistung von Paris wegnehmen, weil das eine überragende Mannschaft ist! Top! Aber Fakt ist auch, dass wir einfach unterschiedliche Meinungen haben werden, auch ganz lange, über das, was die richtigen Entscheidungen waren in diesem Spiel – und bei einem Tor Unterschied, dann ist das schon bitter.“ Durch das 5:6 nach Hin- und Rückspiel ist der Traum vom dritten Triple der Vereinsgeschichte geplatzt – für Kompany und die Bayern mit einer Menge Schiri-Ärger!