Die Vohwinkelerin Derya Altunok, die jüngst ihren Austritt aus der Wuppertaler CDU auf der Internetplattform Instagram verkündet hat und bis dato den Vorsitz der Wuppertaler Frauen Union innehatte, wandte sich nun mit einem Schreiben an unsere Zeitung, um den Hintergrund ihres Austritts näher zu erläutern. Altunok lässt dabei kein sehr gutes Licht auf ihre Parteikolleginnen und -kollegen scheinen.
Engagement für politische Teilhabe
„Meine berufliche Entwicklung war zu keinem Zeitpunkt der Grund für meinen Austritt aus der CDU Wuppertal“, betont sie. Politik sei von jeher ein prägender Bestandteil des Lebens und werde es bleiben. Sie habe sich aus Überzeugung engagiert – „nicht aus Eigeninteresse und nicht für Titel, sondern weil ich davon überzeugt bin, dass politische Arbeit Verantwortung bedeutet“. Sie habe ihr Leben bewusst so organisiert, dass politisches Engagement jederzeit möglich gewesen sei. „Mein Austritt ist daher keine Frage fehlender Belastbarkeit oder mangelnder Zeit, sondern eine bewusste Entscheidung aus Haltung.“ Zu dieser Haltung gehörte für sie etwa auch, insbesondere „jungen Menschen sowie Menschen mit Migrationsgeschichte zu zeigen, dass politische Teilhabe möglich ist – unabhängig von der Religion oder Herkunft“, so Altunok. „Genau deshalb wiegt es umso schwerer, wenn man intern nicht an Inhalten arbeitet, sondern gegen Personen.“ Denn sie habe über einen langen Zeitraum erlebt, wie innerhalb der eigenen Reihen nicht miteinander, sondern gezielt gegeneinander gearbeitet wurde. „Veranstaltungen wurden bewusst nicht unterstützt, Engagement wurde belächelt, persönliche Gespräche wurden durch Hinterzimmergespräche ersetzt und statt offenem Austausch entstand ein Klima aus Intrigen, persönlichen Machtspielen und gezielter Ausgrenzung“, bilanziert die 36-Jährige. Umso mehr zeigt sie sich von dem öffentlich bekundeten Bedauern „einzelner Funktionsträgerinnen“ irritiert, wie sie schreibt. „Denn wer ernsthaft bedauert, sucht das Gespräch und zeigt Haltung im direkten Umgang — nicht erst öffentlich im Nachhinein“, so die Vohwinkelerin. Sie deutet Vorfälle in der Partei an, die „mit Respekt, Stil oder christdemokratischen Werten nichts mehr zu tun“ gehabt hätten. Altunok: „Ich hätte insbesondere von Personen in Führungsfunktionen mehr Größe erwartet.“ Sie spricht zudem von weiteren Austritten oder Austrittsgedanken langjähriger Parteimitglieder, die ihre Meinung teilen, ohne Namen zu nennen. So werde das Fundament zerstört, auf dem politische Arbeit stehen sollte, meint sie und betont: „Welchen politischen oder gesellschaftlichen Weg ich künftig gehen werde, lasse ich bewusst offen. Mein Interesse an Politik endet jedoch nicht mit diesem Parteiaustritt.“