Die Zahl der Schengen-Visa für russische Staatsangehörige ist im Jahr 2025 erneut gestiegen. Das berichtet Euractiv. Russische Staatsbürger reichten mehr als 670.000 Visumanträge ein. Das entspricht einem Anstieg von knapp 8 Prozent gegenüber 2024. Die EU-Staaten erteilten mehr als 620.000 Visa, rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

ANDREA MEROLA / KEYSTONE

Touristengruppe auf dem Markusplatz in Venedig (Symbolbild)

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Mehr als 477.000 der ausgestellten Visa entfielen laut Bericht auf Tourismusreisen. Damit machten Touristenvisa rund 77 Prozent aller Genehmigungen aus. Weitere Visa wurden für Familienbesuche und Geschäftsreisen vergeben. Besonders viele Anträge gingen in Frankreich, Italien und Spanien ein. Auf diese drei Länder entfielen fast drei Viertel aller Visumanträge russischer Staatsangehöriger. Frankreich verzeichnete zudem den stärksten Zuwachs bei der Visumerteilung mit einem Anstieg von mehr als 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Die Entwicklung sorgt laut Euractiv innerhalb der EU für politische Spannungen. Staaten wie Polen sowie die baltischen und nordischen Länder vertreten seit längerem die Position, dass russische Staatsbürger während des Ukraine-Kriegs keine Ferienreisen in Europa unternehmen sollten. Andere Mitgliedstaaten sehen den Umgang mit Visa weniger restriktiv. Mehrere Diplomaten erklärten dem Portal, die Zahlen hätten in Sitzungen zu Auseinandersetzungen geführt. Frankreich habe sich demnach besonders kritisch gegenüber der Veröffentlichung der Daten gezeigt.

Die EU hatte nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine das Visumerleichterungs-Abkommen mit Moskau ausgesetzt. Laut EU-Kommission wurden die Regeln für russische Antragsteller seither verschärft. Seit 2025 werden keine Mehrfachvisa mehr ausgestellt. Für jede Reise in die EU muss ein neuer Antrag eingereicht werden.