Rotkehlchen, Kohlmeise, Haussperling, Amsel – wer durch Mönchengladbachs Parks spaziert oder einen eigenen Garten hat, hört und sieht diese und weitere Vögel regelmäßig. Auch Ringeltauben, Elstern und Dohlen gehören zum urbanen Raum, auch wenn sie nicht so gerne gesehen werden wie Singvögel. Wer sonst noch vertreten ist und in welcher Zahl, möchte der Nabu herausfinden. Für dieses Wochenende ruft die Organisation wieder zur „Stunde der Gartenvögel“ auf. Die Idee ist einfach: Bundesweit zählen Menschen Piepmatze und melden ihre Ergebnisse. Der Nabu wertet diese aus, kann Tendenzen ablesen und Ranglisten erstellen.
Finken im Fokus der „Stunde der Gartenvögel 2026“
Der Aktionszeitraum ist in diesem Jahr von Freitag, 8. Mai, bis Sonntag, 10. Mai. Im Fokus stehen insbesondere Finken, da in den vergangenen Monaten wiederholt tote Buchfinken, Gimpel, Stieglitze und Distelfinken gemeldet wurden, wie der Nabu schreibt: „Da diese meist an Futterstellen gefunden wurden, könnte es sein, dass sich wieder Trichomonaden ausbreiten, die besonders für Finken tödlich sein können.“ Dabei handelt es sich um einzellige Lebewesen, die Krankheiten auslösen können.
Wer an der Aktion teilnehmen möchte, muss sich am Zählwochenende eine Stunde lang Zeit nehmen und sich einen festen Standort in einem bewohnten Gebiet aussuchen. Dazu zählen Grünanlagen, Dorfplätze, Gärten, Einfamilienhaussiedlungen am Stadtrand oder schlicht der Blick aus dem Balkonfenster. Dort zählen die Teilnehmer dann die höchste Zahl der gleichzeitig gesehenen Vögel einer Art. Auch am Gesang können Vögel erkannt und notiert werden. Der Nabu hat auf seiner Internetseite eine Zählhilfe veröffentlicht, auf der die häufigsten Gartenvögel zu sehen sind. Das Ergebnis der Zählung muss bis zum 18. Mai digital an den Nabu übermittelt werden.
Das ist der Sinn der Aktion
„Die Aktion ist dafür da, dass sich Menschen für die Natur begeistern“, sagte der Mönchengladbacher Ornithologe Ludwig Winkens einst im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es ist nicht zwingend notwendig, dass man hundertprozentig sattelfest ist.“ Dass sich durch falsche Bestimmungen auch Fehler einschleichen, sei vertretbar, da gleichwohl die Tendenzen in der Populationsentwicklung sichtbar werden.
Die Aktion ist ein Grund mehr, seine Freizeit im Grünen zu verbringen und dabei etwas über die Vogelwelt zu lernen. Sie hat aber zeitgleich einen wissenschaftlichen Hintergrund. Die gesammelten Daten können Trends in der Entwicklung der Vogelpopulationen aufzeigen. In Mönchengladbach zeigten die Zählungen etwa in den vergangenen Jahren auf, dass der Bestand all jener Vögel wächst, die vom Menschen profitieren – Rabenvögel wie Dohle, Elster und Rabenkrähe etwa, oder Tauben. Auch konnte eine Erholung der Blaumeisen-Population beobachtet werden, die 2020 durch ein Bakterium (Suttonella ornithocola) dezimiert wurde.
Wie fielen die Ergebnisse bei früheren Aktionen aus?
Vergangenes Jahr haben 100 Menschen in Mönchengladbach an der Aktion teilgenommen und 2020 Vögel gezählt. Am häufigsten kam die Kohlmeise vor, gefolgt von der Amsel und dem Haussperling. In NRW beteiligten sich fast 10.000 Vogelfreunde, deutschlandweit sogar fast 58.000.
Die „Stunde der Wintervögel“ – eine analoge Aktion im Winter – hat bereits im Januar dieses Jahres stattgefunden. Auf das Podium haben es die Kohlmeisen geschafft, gefolgt von den Blaumeisen und den Spatzen (Haussperling). Die „Top 10“ können Sie hier nachschauen.