Die Auftragslage im verarbeitenden Gewerbe hat sich im März deutlich verbessert. Die Aufträge stiegen im Vergleich zum Vormonat um fünf Prozent an, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ohne Großaufträge erreichten die Neuaufträge demnach den höchsten Stand seit Februar 2023. Die positive Entwicklung verteilte sich laut Statistikbehörde auf alle Wirtschaftsbereiche.

Besonders starke Zuwächse meldeten laut Bundesamt die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen (plus 21,5 Prozent zum Vormonat), die Maschinenbauer (plus 6,9 Prozent) sowie die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten und von elektronischen und optischen Erzeugnissen (plus 14,4 Prozent).

Auch die ⁠Auslandsaufträge zogen im März ​insgesamt um 5,6 Prozent an. Dabei stiegen die Aufträge aus der Eurozone um 10,1 Prozent besonders stark, während die Bestellungen aus dem übrigen Ausland um 2,7 Prozent zulegten.

Im gesamten ersten Quartal lag der Auftragseingang allerdings um 4,1 Prozent niedriger als im vorangegangenen Vierteljahr. Das ​Bundesamt begründet dies mit einem sehr hohen Volumen an Großaufträgen Ende ⁠2025. Außerdem sorgte der im Februar ausgebrochene Irankrieg für große Unsicherheit und hat die Energiepreise in die Höhe getrieben.

Unternehmen kämpfen mit Lieferengpässen bei Vorprodukten

»Die Auswirkungen des Irankonflikts spiegeln sich in den Märzdaten noch kaum, da zu Kriegsbeginn die Tragweite des Kriegs nicht absehbar war«, sagte Ökonom Michael Herzum von Union Investment. Er sieht deswegen keinen Grund für allzu viel Optimismus.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium bewertete das Plus vorsichtig und verwies ebenfalls auf den Energiepreisschock durch den Irankrieg. Dieser könne zeitlich verzögert auch auf andere Güter durchschlagen und daher zu sogenannten Vorzieheffekten geführt haben.

So hat sich das Geschäftsklima im April bereits wieder eingetrübt, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe. Getrieben wurde diese Entwicklung durch sehr pessimistische ​Erwartungen, besonders in der chemischen Industrie. Viele Unternehmen berichten von Lieferengpässen bei Vorprodukten.

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