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Schlussstrich beim BVB! Niklas Süle (30) hängt nach dieser Saison die Fußballschuhe an den Nagel. Der frühere Nationalspieler (49 Länderspiele) verkündete sein Karriereende persönlich im Podcast „Spielmacher“ und erklärte dort: „Ich möchte bekanntgeben, dass ich meine Karriere im Sommer beenden werde.“ Auch Borussia Dortmund bestätigte die Entscheidung auf der Vereinswebseite. Süles Vertrag beim BVB wäre regulär noch bis zum 30. Juni 2026 gelaufen.
„Unvollendete Karriere“: Süle beschloss Karriere-Ende weinend unter der Dusche
Quelle: BILD07.05.2026
Süle: „War für mich zu tausend Prozent klar“
Der endgültige Entschluss sei gefallen, als der Innenverteidiger sich beim Auswärtsspiel in Hoffenheim (1:2 am 18. April) am Knie verletzt habe. Süle weiter: „Was ich empfunden habe, als unser Doc in der Kabine in Hoffenheim den Schubladentest gemacht hat (ein Test, um einen möglichen Kreuzbandriss festzustellen, d. Red.), den Physio anschaute und den Kopf schüttelte, der Physio es ebenfalls gemacht hat und auch keinen Anschlag gemerkt hat, da bin ich in die Dusche und habe zehn Minuten geweint. In der Situation dachte ich wirklich: ‚Das ist gerissen‘.“
Und weiter: „Als ich am nächsten Tag ins MRT gekommen bin und die gute Nachricht erhalten habe (dass es doch kein Kreuzbandriss ist), war für mich zu tausend Prozent klar, dass es vorbei ist. Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen, als mich eigentlich auf die Zeit danach zu freuen – unabhängig zu sein, in den Urlaub zu gehen, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen – dann aber meinen dritten Kreuzbandriss verarbeiten zu müssen.“
Süle wechselte im Sommer 2022 nach fünf Jahren beim FC Bayern zum BVB. Insgesamt absolvierte er bisher 109 Partien für Dortmund (3 Tore). Generell hat der Innenverteidiger eine lange Verletzungsgeschichte hinter sich. Im Dezember 2014 erlitt er seinen ersten Kreuzbandriss (damals bei Hoffenheim), im Oktober 2019 im Trikot des FC Bayern seinen zweiten. Hinzu kamen immer wieder kleinere Blessuren.
Süle über seine Zeit beim BVB: „Was ich in meinem ersten Jahr erlebt habe, als wir fast Meister wurden – der Abend im Hotel, der Weg zum Stadion. Was ich da gefühlt habe, so habe ich höchstens noch vor meinem ersten Profispiel empfunden – von der Nervosität, von der Aufregung. Das war einer der krassesten Momente, vor dem Mainz-Spiel, den ich überhaupt hatte. Ich weiß nicht, ob ich jemals in meinem Leben wieder dahin komme, dass ich so fühle – mit diesem Adrenalin.“
Der BVB-Verteidiger zieht das Fazit: „Wenn ich auf die vier Jahre in Dortmund zurückblicke, dann waren viele Momente dabei, die mir Spaß gemacht haben. Das Kabinengelaber, das Stadion – wir reden hier von 80.000. Ich wurde von den Fans immer offen empfangen. Die Zeit werde ich sehr vermissen. Wie ich mich hier wohlgefühlt habe. Ich habe am ersten Tag gemerkt, wie die Menschen in Dortmund sind: offen, herzlich, ehrlich. Damit habe ich mich mega verbunden gefühlt. Meine Kinder gehen hier in die Kita. Es fällt uns schon schwer, hier wegzugehen.“