
Stand: 07.05.2026 12:38 Uhr
Die drei Pflege- und Seniorenheime der finanziell angeschlagenen Ambiente Care Süd GmbH in Niedersachsen können weitergeführt werden. Mitarbeitende, Bewohnerinnen und Bewohner können laut Insolvenzverwalter aufatmen.
Für alle Einrichtungen liegen „nahtlose Fortführungslösungen“ mit neuen Betreibern vor, wie der zuständige Insolvenzverwalter am Dienstag mitteilte. Das gelte also auch für die Standorte Hatten (Landkreis Oldenburg), Laatzen (Region Hannover) und Rotenburg (Wümme). Anfang April hatte die Ambiente Care Süd Insolvenz beim Amtsgericht München angemeldet. Das Insolvenzverfahren sei zum 1. Mai eröffnet worden.
Neue Betreiber erforderlich
Bereits im April sei klar gewesen, dass die Einrichtungen nur erhalten werden können, wenn neue und stabile Betreiber eingebunden werden. Die gefundenen Lösungen können dem Insolvenzverwalter zufolge nun mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens rechtssicher und verbindlich umgesetzt werden. Die Seniorenresidenz in Rotenburg (Wümme) mit etwa 100 Bewohnerinnen und Bewohnern werde von der emida Marisa GmbH übernommen. Diese ist Teil der emida Residenzen-Gruppe, welche fünf Standorte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen betreibt.
Auch Standort Laatzen soll weiterbetrieben werden
Die Pflegeeinrichtung in Hatten (Landkreis Oldenburg) mit rund 65 Bewohnerinnen und Bewohnern wird den Angaben nach künftig von einer Gesellschaft der Auvictum-Gruppe betrieben. Diese möchte laut Insolvenzverwalter auch die Pflegeeinrichtung und Seniorenresidenz in Laatzen (Region Hannover), welche Anfang April plötzlich auf heimaufsichtliche Anordnung geräumt wurde, wieder in Gang setzen. Auch das Pflege- und Betreuungspersonal der Ambiente Care Süd soll an diesem Standort übernommen werden, heißt es vom Insolvenzverwalter. Die Auvictum-Gruppe unterhält laut dem Insolvenzverwalter 35 Senioren- und Pflegeheime in Deutschland.
Video:
Pflegeheim in Laatzen geschlossen: Schock für Bewohner (6 Min)
Mitarbeitenden gebühre „größte Anerkennung“
Zuletzt hatte die Ambiente Care Süd den Angaben nach sieben Seniorenresidenzen und Pflegeeinrichtungen in vier Bundesländern betrieben. Alle rund 625 Mitarbeitenden sollen durch neue Betreiber weiterbeschäftigt werden. „Die Versorgung und Betreuung der Senioren ist somit in ihrem bisherigen Umfeld mit den vertrauten Mitarbeitenden sichergestellt“, heißt es. Inzwischen sei auch eine Insolvenzgeld-Vorfinanzierung organisiert worden. Damit konnten laut Insolvenzverwalter bereits Zahlungen an die Mitarbeitenden geleistet werden, die seit Februar auf ihre rückständigen Löhne gewartet hatten. Ihnen gebühre „größte Anerkennung, da sie sich ungeachtet der Situation rund um die Uhr mit Empathie und größtem Einsatz um die ihnen anvertrauten Menschen zuverlässig gekümmert haben“, heißt es weiter.

In Laatzen wurde ein Seniorenheim geschlossen – die Bewohner mussten kurzfristig raus. Die Verbraucherzentrale ordnet den Fall ein.

Das bestätigte das Büro des Insolvenzverwalters dem NDR Niedersachsen. Dutzende Bewohner hatten das Heim verlassen müssen.

Angehörige berichteten von Chaos, Frust und Verzweiflung. Jetzt äußert sich der Betreiber.
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