Nach der tödlichen Fahrt in Leipzig hat die Feuerwehr die Zivilcourage vieler Menschen hervorgehoben. Branddirektor Axel Schuh sagte in der MDR‑Sendung „Fakt ist!“, dass noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte alle Verletzten von Helfenden versorgt worden waren. „Wir kamen ja quasi wenige Minuten nach Ereignis an die Einsatzstelle und es gab keinen Patienten, der unversorgt war. Also bei jedem Menschen, egal wie schwer verletzt, waren Menschen und haben den betreut.“
Es gab keinen Patienten, der unversorgt war. Bei jedem Menschen, egal wie schwer verletzt, waren Menschen und haben den betreut. (…) Da waren zum Teil sehr fachkundige Menschen dabei. Ärzte, die zufällig vorbeigekommen sind, ein Medizinstudent. Da war aber auch der Laienhelfer dabei, der unmittelbar geholfen hat.
Axel Schuh
Leiter der Branddirektion Feuerwehr Leipzig
Nach Angaben der Polizei wurden eine 63‑jährige Frau und ein 77‑jähriger Mann getötet. Sechs weitere Menschen im Alter von 21 bis 87 Jahren wurden verletzt, darunter zwei schwer. Die beiden, ein 75-Jähriger und eine 84-Jährige, sind nicht mehr in Lebensgefahr. Außerdem mussten mehr als 80 Personen betreut werden.
Medizinisch geschulte Ersthelfer
Schuh zufolge waren unter den Helfenden auch medizinisch geschulte Personen, etwa Ärzte, die zufällig vorbei gekommen seien, oder ein Medizinstudent. Zugleich hätten auch viele Laien sofort eingegriffen. Wie der Leipziger Feuerwehr-Chef am Mittwochabend im MDR-Fernsehen schilderte, zeigte sich dabei, dass es offenbar weniger Berührungsängste im Umgang mit Verletzten gab als oft angenommen. Viele Menschen hätten unmittelbar geholfen, obwohl sie nicht dafür ausgebildet sind. „Das war ein Stück weit phänomenal“, so Axel Schuh. Eine „Gaffer-Mentalität“ hätten die Einsatzkräfte in Leipzig nicht erlebt.
Passanten greifen auch ein
Neben der Hilfe für Verletzte berichten Augenzeugen auch von mutigem Eingreifen von Passanten gegen den Tatverdächtigen. So schilderte der 43 Jahre alte Akrem Abo Sninah MDR SACHSEN, er sei dem Fahrzeug hinterhergerannt, nachdem es zum Stehen gekommen war. Da der Fahrer eingeschlossen gewesen sei, habe er zunächst versucht, die Scheiben einzutreten.
Als dies nicht gelang, habe er gemeinsam mit anderen Passanten das Auto umstellt und den mutmaßlichen Täter damit festgesetzt. Besonders hebt er einen bislang unbekannten Taxifahrer hervor, der sich ebenfalls beteiligt haben soll – und den Verdächtigen zugleich vor Angriffen durch andere geschützt haben soll. Die Polizei bestätigte MDR SACHSEN, dass sich beim Zugriff mehrere Passanten in unmittelbarer Nähe des Fahrzeugs befanden. Der genaue Ablauf sei noch Gegenstand der Ermittlungen.