Ist die Stadt schuld?

Dixieland-Abschlussparade fällt kurzfristig aus

07.05.2026 – 15:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Abschlussparade des 50. Dixieland Festival zieht am Terrassenufer vorbei (Archivbild):Vergrößern des Bildes

Wenige Tage vor Beginn des Dixieland-Festivals ziehen die Veranstalter die Reißleine (Archivbild): Wegen zu später Informationen halten sie die Umsetzung der Dixieland-Parade für nicht mehr verantwortbar. (Quelle: IMAGO/ronaldbonss.com)

Der Veranstalter sagt den traditionellen Umzug durch die Altstadt ab – nur zehn Tage vor dem Festivalstart. Die Festival-Macher kritisieren die Stadt Dresden.

Zum 54. Mal sollten Bands am 17. Mai musizierend durch die Dresdner Altstadt ziehen. Daraus wird nichts: Die Sächsische Festival Vereinigung hat die Abschlussparade des Internationalen Dixieland Festivals abgesagt. Die restlichen Konzerte vom 10. bis 17. Mai finden wie geplant statt.

Zur Begründung heißt es, die Stadt habe trotz monatelangen Vorlaufs erst rund zehn Tage vor Festivalbeginn konkrete Vorgaben zur Durchführung des Events gemacht. „Die Sächsische Festival Vereinigung e.V. hatte der Landeshauptstadt Dresden bereits im August 2025 Planungsunterlagen inklusive Paradestrecke vorgelegt“, heißt es in der Mitteilung. Eine verantwortungsvolle Umsetzung sei nun nicht mehr möglich.

Anführungszeichen

Die Absage der Parade ist uns nicht leicht gefallen. Im Gegenteil.

Mitteilung der Veranstalter

Konkret geht es demnach um Punkte wie ausreichendes Sicherheitspersonal und stationäre und mobile Sperren für schwere Fahrzeuge. Zusätzliche Anforderungen bei Personal, Technik und Sicherheitsmaßnahmen ließen sich nicht binnen weniger Tage organisieren – insbesondere, da das Festival zum großen Teil durch Ehrenamtliche getragen sei.

„Die Absage der Parade ist uns nicht leicht gefallen. Im Gegenteil: Wir haben intensiv versucht, sie möglich zu machen“, so die Veranstalter. Die Entscheidung treffe Publikum und Macher des Festivals gleichermaßen.

Auch der Tourismusverband Dresden (TVDD) reagiert enttäuscht. „Die Parade ist seit Jahrzehnten ein bedeutender Publikumsmagnet und ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt für Dresden mit großer Strahlkraft weit über die Region hinaus“, sagt Sebastian Klink, Vorsitzender des TVDD. Die Absage kurz vor dem Event sei „ein bedauerliches Signal an Gäste, Partner und Kulturschaffende gleichermaßen“, ergänzt sein Stellvertreter Martin Raich.

Der Verband befürchtet Folgen über das Festival hinaus. Vorstandsmitglied Diana Maatz weist darauf hin, dass viele Besucher ihre Reisen langfristig planen und Hotels, Restaurants und Kulturangebote Monate im Voraus buchen. Kurzfristige Absagen dieser Größenordnung könnten auch dem Ruf Dresdens als verlässlichen Veranstaltungsstandort schaden.

Trotz der abgesagten Parade: Das Dixieland-Festival selbst läuft wie geplant. Vom 10. bis 17. Mai spielen Bands aus Dresden, Deutschland und ganz Europa in Clubs, Sälen und auf Bühnen.