In Marzahn-Hellersdorf setzen sich seit einigen Jahren mehrere Initiativen dafür ein, dass Anwohner bei der Gestaltung ihrer Nachbarschaft mitreden können. Nun zieht eine von ihnen eine erste positive Zwischenbilanz: „Unser Engagement hat Wirkung gezeigt“, teilt die Anwohnerinitiative Helene-Weigel-Platz in einer Pressemitteilung mit.

„Diese massive Verdichtung im Bezirk ist respektlos“ Warum Nachbarn in Berlin-Marzahn gegen Wohnungsbau protestieren

„Sowohl auf der Ebene der Beteiligung wie auch auf der Ebene der Bauplanung sind konkrete Verbesserungen erfolgt: weniger Nachverdichtung als zunächst befürchtet und ein Erhalt der Infrastruktur.“ Die Initiative hatte mehr als 2000 Unterschriften gesammelt, um in der Bezirksverordnetenversammlung einen Einwohnerantrag einreichen zu können.

Baupläne wurden angepasst

Ihr größter Erfolg sei, dass das Bezirksamt einen Bebauungsplan für das Gebiet gestartet und in diesem Zusammenhang einen Beirat mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Nachbarschaft eingerichtet habe. Außerdem hätten sich Bezirksamt und Investoren die Vorschläge von Professor Wolf Eisentraut angehört und die Pläne daraufhin angepasst. Eisentraut entwarf einst unter anderem das Alte Rathaus am Helene-Weigel-Platz.

„Die Investoren verzichten jetzt auf den Bau von Hochhäusern direkt am Platz. Stattdessen sollen die neuen Häuser als Riegel entlang der bestehenden Bauachsen entstehen, das heißt entlang der Märkischen Allee (auf dem Rewe-Parkplatz) und der Allee der Kosmonauten (am ehemaligen Kino Sojus)“, so die Initiative. Außerdem seien nicht mehr 18 Stockwerke, sondern „nur“ noch elf beziehungsweise 13 Stockwerke geplant.

Weitere Nachrichten aus Marzahn-Hellersdorf„Ratten liefen über den Hof, Futtermittel schimmelten“ Tierhof im Berliner Nordosten bleibt vorerst geschlossen Wohnturm-Streit am alten Einkaufscenter in Berlin-Marzahn Schwierige Suche nach dem Konsens für Hunderte Wohnungen Wildvogelstation in Berlin-Biesdorf „Wir achten darauf, dass die Vögel sich nicht zu sehr an uns gewöhnen“

Die Erfolge bedeuten im Umkehrschluss aber nicht, dass die Initiative jetzt die Arbeit niederlegt: „Wir werden keine Ruhe geben, sondern uns weiter ins Verfahren einmischen, damit es keine Mogelpackungen gibt.“