Zum ersten Mal liegt die AfD in der Sonntagsfrage des ARD-Deutschlandtrends vor der Union. In der Sonntagsfrage
von Infratest dimap kommt die AfD demnach auf 27 Prozent, das sind zwei Prozentpunkte mehr als in der Umfrage von Anfang April. Die Zustimmung zur Union sinkt demnach um zwei
Prozentpunkte auf 24 Prozent.

Der Koalitionspartner SPD bleibt im Deutschlandtrend unverändert bei zwölf Prozent im Vergleich zur Umfrage im April. Die Grünen gewinnen an Zustimmung und verbessern sich um einen Prozentpunkt auf 15 Prozent. Die
Linke hält ihre zehn Prozent Zustimmung. Ebenfalls unverändert bleibt das BSW bei drei Prozent. Die FDP
verbessert sich um einen Prozentpunkt auf vier Prozent.

Auch andere Umfrageinstitute sahen die AfD zuletzt in der Zustimmung der Wahlberechtigten an der Union vorbeiziehen: So prognostizierten auch Forsa und Insa zuletzt eine Zustimmung von gut 27 Prozent zur AfD und 22 bis 24 Prozent zur Union.

Unzufriedenheit mit der Regierung wächst weiter

Ein Jahr nach dessen Amtsantritt liegt auch der Zustimmungswert von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf einem historischen Tiefstand. Nur noch 16 Prozent der Befragten sind mit seiner politischen Arbeit zufrieden, 83 Prozent sind unzufrieden. Das ist der schlechteste Wert, der im Deutschlandtrend jemals für einen Bundeskanzler gemessen wurde. Aktuell finden nur noch 25 Prozent der Befragten, dass Merz dem Amt des Bundeskanzlers gewachsen ist. Dass der Kanzler das Land gut durch eine Krise führen kann, glauben zudem nur noch 18 Prozent. 82 Prozent sind nicht überzeugt, dass Merz gut kommunizieren kann.

Auch mit dem Umgang innerhalb der schwarz-roten Koalition sind 84
Prozent der Befragten unzufrieden. 87 Prozent kritisieren, wie die
Regierung ihre Politik vermittelt. Zudem finden nur noch 44 Prozent, dass die Koalition
aus Union und SPD bis zum Ende der Legislaturperiode weiterarbeiten
soll, 49 Prozent finden das nicht.

Die Unzufriedenheit dürfte auch mit Inhalten zu tun haben: So halten – anders als etwa Teile der Union – 67 Prozent eine Anhebung der Einkommensteuer für hohe Einkommen für richtig. 54 Prozent wollen hohe Erbschaften
stärker besteuern – doch nur 38 Prozent wollen den Solidaritätszuschlag auch für hohe Einkommen
abschaffen.

Für den Deutschlandtrend befragte Infratest dimap von Montag bis
Mittwoch dieser Woche 1.303 Wahlberechtigte ab 18 Jahren. Die Umfrage ist
den Angaben zufolge repräsentativ.

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