So still sind Ausstellungsbesucher nur selten. So bewegt, schockiert und – ja doch: auch fasziniert. Anja Niedringhaus hat all diese großformatigen Fotos gemacht von den Kriegs- und Krisenschauplätzen in Bosnien und im Irak, aus Gaza und immer wieder aus Afghanistan. Das Land und die Menschen hat sie geliebt. Und dort wird die deutsche Fotografin und Pulitzer-Preisträgerin 2014 erschossen. Als Wahlbeobachterin ist sie in einer abgelegenen Bergregion unterwegs, als ein 25-jähriger Polizist, der zu ihrem Schutz abgestellt ist, mit seiner Kalaschnikow in den Jeep feuert. Ihre Kollegin Kathy Gannon überlebt schwer verletzt, Anja Niedringhaus ist sofort tot. Es ist der 4. April 2014, am nächsten Tag soll der neue Präsident gewählt werden. Der Schütze, ein sogenannter Innentäter, wird später bei einer Generalamnesty begnadigt.