In der Eiszeit streiften Wollnashörner, Höhlenhyänen und Mammuts durch NRW. Im Rahmen der neuen Ausstellung „überLeben in der Eiszeit“ des Ruhr Museums kehrt eines der ausgestorbenen Tiere in ungewöhnlicher Form nach Essen zurück. Es misst über zwei Meter in der Höhe, etwas mehr als vier Meter in der Länge und besteht zum Großteil aus Wolle.

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„Ummut“ wurde das größte handgehäkelte Mammut der Welt getauft. „Der Name bedeutet ‚Hoffnung‘ auf Türkisch“, erklärte İlkiz Şentürk, Vorsitzende des Vereins „Zeit für Solidarität“. Sechs Monate lang haben fast 400 Teilnehmende im Strickcafé des Museums und des Vereins an dem Weltrekord gehäkelt.

Häkel-Mammut Ummut soll auch für Zusammenhalt im Ruhrgebiet stehen

Nun wurde das wollige Rüsseltier am Donnerstag (7. Mai) vorgestellt. „Unser Ummut ist ein Beweis dafür, wie stark die Menschen in unserem Ruhrgebiet sind, wenn sie zusammenhalten“, so İlkiz Şentürk.

Essen - „über das Leben in der Eiszeit“

Eigentlich wollte der Verein zu Beginn zwei Mammuts häkeln. „Ein kleines und ein großes, also ein männliches und ein weibliches. Die zwei hätten wir ‚Ummut‘ für Hoffnung im Türkischen und ‚Mut‘ genannt“, erinnert sich Şentürk. Zwei solcher Riesenprojekte wären aber schlicht zu aufwendig gewesen.

Weltrekord in Essen: So viel Wolle steckt in dem Häkel-Mammut

Aus 25 Kilometern brauner und weißer Wolle haben die fleißigen Häklerinnen und Häkler insgesamt 1600 kleine Quadrate angefertigt, aus denen im Anschluss das riesige Tier entstanden ist. „Gemeinschaft, Kreativität und Ausdauer – all das, was auch in der Eiszeit überlebenswichtig war, wird hier auf besondere Weise erlebbar“, sagte Dietmar Osses, stellvertretender Leiter des Ruhr Museums, über die Aktion.

2,66 Meter hoch, 4,20 Meter lang und 1,37 Meter breit: So groß ist das Kunstwerk geworden. Echte Wollmammuts waren mit einer Schulterhöhe von bis zu 3,70 Metern noch größer. „Aber so groß wie ein heranwachsendes Wollmammut ist Ummut schon“, sagte Osses.

Essen: Feier des Weltrekord-Häkelmammuts

Häkel-Mammut Ummut misst in voller Größe 2,66 Meter.
© FUNKE Foto Services | Uwe Ernst

„Das ist die Mutter von Ummut“, stellte İlkiz Şentürk ihre Mitstreiterin Keziban Kiziltan aus Gladbeck vor. Sie hat alle Stoffquadrate für Ummuts Kopf und Stoßzähne zu Hause gehäkelt. Kiziltan ist auch Mitglied im Verein „Zeit für Solidarität“. „Meinen Mann habe ich heute auch dabei, damit er mal versteht, was ich da tagelang im Wohnzimmer gemacht habe“, sagte Kiziltan bei der Einweihung. Schließlich stecke in einem 2,65 Meter langen Wollstoßzahn viel Arbeit.

Gerüst aus Holz, Draht und Gewebe

Unter der gehäkelten „Haut“ des Mammuts versteckt sich ein Gerüst des Gelsenkirchener Künstlers Stefan Demming. „Im Grunde muss man sich den Unterbau wie ein Fachwerkhaus vorstellen, nur mit beweglichen Wänden“, sagte der Künstler. Für den Bau des Gerüsts habe er zweieinhalb Monate gebraucht. Da die Konstruktion so leicht wie möglich sein sollte, benutzte er in erster Linie Holz, Draht und Gewebe.

„Für die Stoßzähne habe ich alte Drainageröhren verwendet, die ich an einer Straßenbahnhaltestelle im Gebüsch gefunden habe.“ Denn für seine Arbeiten versuche er immer, so nachhaltiges Material wie möglich zu nutzen. „Teilweise stecken da Lattenroste und Reste eines Sofas drin“, fügte Şentürk hinzu. Der Künstler habe für das Mammut keine neuen Materialien gekauft.

Weltrekord aus Wolle

Knapp 3000 Stunden Handarbeit stecken in dem Weltrekord-Mammut. Rechts im Bild: İlkiz Şentürk, Vorsitzende des Vereins „Zeit für Solidarität“. (Archivbild)
© FUNKE Foto Services | Dirk A. Friedrich

Ausstellung auf Zollverein in Essen: Wann und wo kann man das Häkel-Mammut sehen?

Das weltweit größte gehäkelte prähistorische Säugetier wird für die Öffentlichkeit zum ersten Mal am 17. Mai während des Sommerfests im Schaudepot des Ruhr Museums zu sehen sein. Danach wird es zum Maskottchen der Sonderausstellung.

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Sonderausstellung „überLeben in der Eiszeit“

Die neue Sonderausstellung im Ruhr Museum dreht sich rund um das Thema Eiszeit und behandelt die letzten 2,6 Millionen Jahre der Region. Mit 350 Exponaten, vom Mammutschädel bis zum Höhlenbär-Skelett, zeigt das Museum, wie das Leben im Ruhrgebiet während der Eiszeit aussah. Die Ausstellung blickt aber auch in die Zukunft und zeigt, welche Gefahr die Klimaerwärmung für NRW sein könnte.

Die Ausstellung „überLeben in der Eiszeit“ läuft noch bis zum 10. Januar 2027 im Ruhr Museum, Zeche Zollverein, Gelsenkirchener Str. 181, in Essen. Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr. Eintritt 10 Euro (ermäßigt 7 Euro). Freier Eintritt für Besucher unter 18 Jahren sowie Schüler und Studierende unter 25 Jahren.

„Jeder hat das gemacht, was er konnte, und gemeinsam haben wir einen echten Symbolträger für Zusammenhalt erschaffen“, freute sich İlkiz Şentürk. Dass İlkiz Şentürk nun gemeinsam mit allen Beteiligten einen Weltrekord erzielt hat, musste sie allerdings noch sacken lassen. „Bisher kannte ich niemanden mit einem Weltrekord, aber jetzt haben wir alle einen.“