Stand: 07.05.2026 19:59 Uhr

Auf der Moorweide gegenüber dem Dammtorbahnhof soll von Sonnabend an ein einwöchiges Pro-Palästina-Camp stattfinden. Die Wahl des Orts sorgt für Ärger: Zunächst sollte es verlegt werden, doch die Organisatoren zogen vor Gericht – und bekamen jetzt nach eigenen Angaben recht.

„Wir können glücklicherweise mitteilen, dass wir vor Gericht erfolgreich waren und das Camp wie geplant auf der Moorweide stattfinden wird“, teilte einer der Organisatoren dem NDR am Freitagabend mit. Die Veranstalter des pro-palästinensischen Protestcamps „Bridges of Resistance“ hatten gegen die Verlegung beim Verwaltungsgericht geklagt. Sie möchten das Camp wie geplant auf der Moorweide aufbauen, an dem Ort, wo schon vor zwei Jahren ein ähnliches Camp stattgefunden hatte. „Unser Protestcamp ist keine Provokation und erst recht keine Infragestellung jüdischen Gedenkens“, hieß es von den Organisatoren.

Jüdische Gemeinde hatte protestiert

Die Jüdische Gemeinde Hamburg hatte in einem offenen Brief gegen das Camp protestiert: Die Moorweide sei kein beliebiger öffentlicher Raum, sondern der Ort, an dem im Holocaust etwa 6.000 Jüdinnen und Juden sowie Sinti und Roma deportiert wurden. Am Mittwochabend teilte ein Polizeisprecher dann mit, dass das Camp nach Protesten in den Sternschanzenpark verlegt werden solle.

Teil der Veranstalter vom Verfassungsschutz beobachtet

Laut Jüdischer Gemeinde sind unter den Organisatoren auch Gruppierungen, die antisemitische Positionen vertreten, etwa die Gruppe „Thawra! Hamburg“. Diese wird laut Hamburger Verfassungsschutzbericht von den Behörden beobachtet.

Philipp Stricharz, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, kritisiert, dass im Camp das Existenzrecht Israels infrage gestellt und Hass auf Juden und Jüdinnen verbreitet würde. Um Camps generell an der Moorweise zu verhindern, wünscht sich die Jüdische Gemeinde, dass die Stadt den Platz dauerhaft als geschützten Gedenkort anerkennt.

Ole Wackermann und Maiken Nielsen stehen vor einem Hintergrund, der den Hamburger Hafen und die Elphilharmonie am Abend zeigt, und lächeln in die Kamera.

Pro-Palästina-Gruppen wollen ein Camp auf der Moorweide veranstalten, die Behörde hat es in den Schanzenpark verlegt. Jetzt entscheiden die Gerichte. Außerdem: NABU-Protest gegen Schlepperballett. Und: Bundeskanzler Merz hat in Hamburg gesprochen.

Davidstern an der Jüdischen Gedenkstätte, Konzentrationslager Dachau

Mehr als sechs Millionen Juden wurden während der NS-Zeit ermordet. Daran erinnert jedes Jahr am 27. Januar ein Gedenktag.