Ohne die Initiative von Gerhard Losemann wäre das Werk des in jungen Jahren verstorbenen Duisburger Künstlers Dieter Pirdzun (1951 – 1987) wohl in Vergessenheit geraten. Das wäre ein herber Verlust gewesen, denn der eigenwillige Pirdzun war einer der originellsten Künstlerpersönlichkeiten der Duisburger Szene. In der DU-Art-Galerie von Losemann und seiner Frau Rita Ehrig werden in diesen Mai-Wochen ausgewählte Werke aus Pirdzuns Nachlass gezeigt, zusammen mit Arbeiten von Günter Kühn und Klaus Wiesel, zwei gegenwärtigen Mitgliedern der Duisburger Sezession, der auch der verstorbene Künstler angehörte.
„Metall in Variationen“ ist das Motto der Schau, denn alle drei Künstler setzten sich auf unterschiedliche Weise mit dem Material Metall auseinander.
So ist für Günter Kühn Rost ein Phänomen, das durch die Verbindung des Materials Eisen mit Wasser und Sauerstoff entsteht. Es ist ein Prozess der Veränderung, des Vergehens und des Entstehens (Oxyd). Ergänzt werden die Rostfarben der Bilder mit Blattgold, eine Konfrontation von scheinbar Wertlosem mit dem edelsten Metall. Daneben zeigt Kühn Fundstücke, die durch die rostige Transformation und mechanischem Druck ganz einzigartige Strukturen und Oberflächen entwickelt haben.
Klaus Wiesel hingegen nimmt als Medium für seine Kreationen verschiedene Metalle. Er verwendet Eisenplatten ebenso wie Messing und Kupfer und behandelt diese mit Flüssigkeiten, die chemische Prozesse auslösen. So entstehen durch Oxidation und Korrosion die schönsten türkis-grünen Farbtöne über das Braun des Eisenrostes hinaus.
Dieter Pirdzun beschäftigte sich ab 1967 mit der Umsetzung eigenständiger Ideen im plastischen Bereich, insbesondere mit dem Material Eisen. Anfangs schuf er abstrakte Plastiken, darauffolgend figürlich abstrahierte Arbeiten. Gleichzeitig wagte er Experimente im statisch-kinetischen Bereich. Seit 1980 beschäftigte er sich mit beweglichen Objekten, die sich manuell betätigen lassen.
Dieter Pirdzun, der auch von Joseph Beuys geschätzt wurde, schrieb 1983 selber über diese Werke: „Die beweglichen Objekte sind ein Versuch, einen Restbestand meiner kindlichen Naivität aufzuarbeiten. Als Ergebnis entstehen ‚nutzlose’ Maschinen, die kein Produkt herstellen. Wichtig ist mir, dem Betrachter einen Teil meiner naiven Freude in Form eines Klang- und Bewegungserlebnisses zu vermitteln.“