Leipzig – Er raste durch die Innenstadt, tötete zwei Menschen, verletzte viele weitere. Jetzt kommt raus: Amokfahrer Jeffrey K. (33) kündigte seine Tat schon Wochen vorher an! Zudem kam es wenige Tage zuvor zu einem Polizeieinsatz bei seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Kind.
Nach Informationen der „Zeit“ schrieb Jeffrey K. im April in einer Chatnachricht an seine Frau: „Ist schon lange kein Auto mehr in eine Menschenmenge gefahren“. Ein Sprecher der Polizei bestätigte: Die Nachricht lag der Behörde vor – allerdings erst am Abend nach der Tat, so die Ermittler. Warum die Frau die Nachricht nicht früher an die Polizei weiterleitete, ist noch unklar.

Der mutmaßliche Amokfahrer Jeffrey K. ist verheiratet und hat ein Kind
Foto: Privat
Polizeieinsatz vor Amokfahrt
Kurz nachdem er die Nachricht verschickt hatte, begab sich Jeffrey K. am 17. April freiwillig in eine psychiatrische Klinik in Leipzig, verließ sie aber am 29. April wieder. Der Beschuldigte selbst sprach laut Recherchen davon, Stimmen zu hören. Laut „Zeit“ lebte der Mann bereits getrennt von seiner Ehefrau, mit der er ein gemeinsames Kind hat. Sie wandte sich im März an das Jugendamt und erstattete im April mehrere Anzeigen – wegen Bedrohung, Verleumdung und Beleidigung. Mindestens einmal soll Jeffrey K. gedroht haben, Familienmitglieder zu töten.
Kurz nachdem Jeffrey K. die Psychiatrie Ende April verlassen hatte, kam es zu einem Polizeieinsatz bei der Ehefrau. Die genauen Hintergründe sind noch unklar. Offenbar wollte Jeffrey K. sein Kind sehen. Seine Ex‑Frau rief daraufhin die Polizei, weil sie sich bedroht fühlte. Den Beamten gegenüber verhielt sich Jeffrey K. zumindest kooperativ. Weitere Maßnahmen gab es laut Polizei nicht, lediglich einen Hinweis an das Gesundheitsamt. Dieses bemühte sich offenbar um die Unterstützung des Betroffenen. Man werde den „ganzen Einsatzverlauf“ aufarbeiten, so die Ermittler.
Amokfahrt in Leipzig
Am Montag raste Jeffrey K. durch die Leipziger Innenstadt. Zeugen berichten, dass er etwa 70 km/h gefahren sein muss. Sein Auto erfasste mehrere Menschen. Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben, sechs weitere wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Laut Behörden gibt es „keine Hinweise auf einen politischen oder religiösen Hintergrund“. Inzwischen sperren Poller die Fußgängerzone ab. Ein Blumenmeer erinnert an die Opfer der Amokfahrt. Der mutmaßliche Täter befindet sich inzwischen wieder in einem psychiatrischen Krankenhaus. Das Motiv bleibt weiter unklar.