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Berlin – Großes Aufatmen in einem außergewöhnlichen Vermisstenfall: Ein Mann hatte sich im Wald festgefahren, wollte Hilfe holen und ließ seine gehbehinderte, fast blinde Frau (91) im Auto zurück. Dann verlor er die Orientierung und konnte sich nicht mehr erinnern, wo er zuvor gestrandet war. Mit einem Großaufgebot suchte die Polizei nach der Seniorin.

Am Donnerstagabend kam die gute Nachricht. Mithilfe eines Polizeihubschraubers konnte das Auto gegen 20.30 Uhr am Rhin – einem Nebenfluss der Havel – entdeckt werden. Die Brandenburger Polizei konnte die Seniorin aus dem Fahrzeug holen und zur Untersuchung in ein Krankenhaus bringen.

Rückblick: Die vermisste Ursula O. war am Dienstag (5. Mai) mit ihrem Ehemann unterwegs. Das Paar fuhr in einem grauen SUV des Typs MG ZS mit dem Berliner Kennzeichen B-HT 1268. Um 18.18 Uhr wurde das Auto in Lübeck auf einer Videoaufnahme in einem Mauttunnel registriert. Die 91-Jährige saß auf dem Beifahrersitz.

Ehemann erinnerte sich nicht

Am Mittwoch wurde der Ehemann allein und hilflos im Bereich Kremmen (Brandenburg) gefunden – etwa 250 Kilometer entfernt. Das Auto war verschwunden. Der Mann konnte aufgrund einer starken Demenzerkrankung keine genauen Angaben machen. Er sagte nur: Er habe sich festgefahren, sei ausgestiegen, um Hilfe zu holen, und habe seine Frau im Wagen zurückgelassen.

Die Sorge war groß: „Sie dürfte sich in einer absolut hilflosen Lage befinden“, sagt ein Sprecher der Berliner Polizei am Donnerstag. Jetzt die Entwarnung: Die Ermittler haben sie endlich gefunden.