
AUDIO: St. Pauli in Leipzig mit dem Rücken zur Wand (1 Min)
Bundesliga-Abstiegskampf
Stand: 07.05.2026 22:41 Uhr
Der FC St. Pauli steht in der Fußball-Bundesliga mit dem Rücken zur Wand. Die Hamburger brauchen im Kampf um den Relegationsplatz dringend Zählbares, haben am Sonnabend aber das schwierige Auswärtsspiel bei RB Leipzig vor der Brust. Zumal die Personalsorgen immer größer werden.
Arkadiusz Pyrka schont sich ganz offenbar nicht. Nicht auf dem Platz und auch nicht danach. Denn auch nach Niederlagen schaue er sich „die Partien immer noch mal an“, sagte St. Paulis Mittelfeldspieler unter der Woche in einem Interview auf der Homepage des Clubs.
Er mache das, um zu sehen, was schiefgelaufen ist – und um sich zu verbessern. „Das ist nicht schön“, gesteht der Pole. Und speziell in den vergangenen Wochen dürfte es geradezu schmerzhaft gewesen sein. Speziell beim 0:2 in Heidenheim sowie beim 1:2 gegen Mainz zeigten Pyrka und seine Teamkollegen keine gute Leistung.

Kiezkicker auf Abstiegskurs
Nach dem Abrutschen auf einen direkten Abstiegsplatz sollten beim Hamburger Bundesligisten alle Alarmglocken schrillen. Das Spiel gegen Mainz aber vermittelte das Gegenteil.
Auftritte zuletzt ohne Selbstvertrauen
Das Bemühen war den Braun-Weißen gewiss nicht abzusprechen, alleine: Ihr Spiel wirkte verzagt, mutlos, gehemmt – und ohne Selbstvertrauen. „Wir haben zu einfache Fehler gemacht, die waren in manchen Spielen entscheidend“, so Pyrka: „Unterlaufen dir gerade zu Beginn eines Spiels solch leichte Fehler, dann verlierst du Energie.“ Sowohl das Spiel beim FCH als auch die Begegnung gegen die Rheinhessen standen mit frühen Gegentoren exemplarisch dafür.
Pyrka fordert vor dem Spiel bei RB Leipzig am Sonnabend (15:30 Uhr, im NDR Livecenter) daher: „Wir müssen mit der gleichen Struktur spielen. Wir müssen die leichten Fehler in den nächsten Spielen abstellen und von der ersten Minute an fokussiert sein.“
„Ich bin optimistisch, dass wir es schaffen. Nicht nur ich, sondern wir alle haben den Glauben, dass wir in der Liga bleiben.“
Arkadiusz Pyrka
Vor dem Spiel bei den Sachsen, die sich mit einem Sieg die Teilnahme an der Champions League sichern könnten, gibt sich Pyrka kämpferisch: „In Leipzig erwartet uns ein schweres Spiel. Wir müssen gewinnen und wir glauben daran, dass wir das auch schaffen können.“
Ebenso ist er auch trotz der jüngsten Negativserie mit acht Partien in Folge ohne Sieg weiter „optimistisch, dass wir es schaffen. Nicht nur ich, sondern wir alle haben den Glauben, dass wir in der Liga bleiben.“
Mischung aus Lockerheit und Fokussierung
Es ist etwas, das Trainer Alexander Blessin mental versucht hat, mit in die Trainingswoche zu nehmen. Es gehe darum, „eine positive Energie“ zu haben, „rumheulen“ bringe nichts. Unverhoffte Unterstützung bekam der 52-Jährige dabei auf dem Gelände an der Kollaustraße von Rückkehrer Ricky-Jade Jones. Der Angreifer ist nach seiner Verletzung am Syndesmoseband „vor seiner Zeit“ zurück im Training. Der Brite habe die richtige Mischung aus Lockerheit und Fokussierung reingebracht.
Für das Spiel in Leipzig kommt er noch nicht in Frage, sehr wohl aber am letzten Spieltag für den möglichen Showdown am Millerntor mit dem VfL Wolfsburg (16. Mai, 15:30 Uhr).

Die verbleibenden Partien der Abstiegskandidaten in der Fußball-Bundesliga in der Übersicht.
Mets und Saliakas fallen aus
Dieser positiven standen unter der Woche allerdings auch zwei negative Personal-Nachrichten gegenüber. Innenverteidiger Karol Mets und Rechtsverteidiger Manolis Saliakas fallen „bis auf Weiteres“ aus. Mindestens als für die Begegnung bei RB.

Rückschlag im Bundesliga-Abstiegskampf
Die abstiegsbedrohten Hamburger müssen vorerst auf ihre beiden Stammspieler verzichten. Ob sie in dieser Saison noch spielen können, bleibt unklar.
Blessin wird also – mal wieder – zum Umbauen gezwungen sein. Ein denkbares Szenario: Eric Smith könnte aus dem zentralen Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung rücken. Es gelte aber auch, „nicht alles über den Haufen zu werfen“.
Blessin fordert mehr Energie
Wichtiger noch als Personalfragen ist für Blessin allerdings, die nötige Energie auf den Platz und in die Zweikämpfe zu bekommen mit dem Ziel, „engen Raum“ zu schaffen. Das werde gegen die schnellen Sachsen von großer Bedeutung sein.
Gelingt das, ähnlich wie im Hinspiel zu Hause (1:1), dann sei auch in Leipzig „alles möglich“, um „einen unverhofften Punkt oder einen Dreier mitzunehmen“. Ansonsten wird der ohnehin schon große Druck noch größer – und Pyrka muss wieder ein „nicht so schönes“ Videostudium betreiben.
Mögliche Aufstellungen
RB Leipzig: Vandevoort – Baku, Orban, Lukeba, Raum – Seiwald – Schlageer, Baumgartner – Diomande, Romulo, Nusa
FC St. Pauli: Vasilj – Ando, Wahl, Nemeth – Pyrka, Irvine, Smith, Ritzka – Metcalfe, Fujita – Hountondji

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick.