Ein großes Forum der gelebten Vielfalt in Düsseldorf soll er sein, der Rat der Religionen, In seiner konstituierenden Sitzung im Plenarsaal des Rathauses wählte das Gremium jetzt einen Vorsitzenden. Ohne Gegenstimmen wurde dafür der evangelische Pfarrer Martin Fricke bestimmt, sein Stellvertreter ist Redouan Aoulad-Ali aus dem Vorstand des KDDM, dem Kreis der Düsseldorfer Muslime, zu dem etwas mehr als 30 Vereinigungen und Moscheegemeinden gehören. Fricke übernahm das Amt von Superintendent Heinrich Fucks, der die Position seit Gründung des Rats im vergangenen September zunächst kommissarisch innehatte.

Zuvor hatten Heinrich Fucks und Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) deutlich gemacht, dass der Rat der Religionen widerspiegele, was in Düsseldorf längst gelebte Wirklichkeit sei: das Mit- und Nebeneinander der Glaubensgemeinschaften. Auch Fucks misst dem Rat eine große Bedeutung zu. Denn Frieden auf kommunaler wie auf internationaler Ebene könne es nur geben, wenn auch Religionsfrieden herrsche. Dazu könne der Rat einen Beitrag leisten durch regelmäßige Treffen und Gespräche, aber durchaus auch mit konstruktivem Streiten. Stadtdechant Frank Heidkamp geht davon aus, dass viele Dinge nun auf kurzem Weg erörtert werden können wie etwa mithilfe einer gemeinsamen Whatsapp-Gruppe.

Das Gremium möchte aber nicht nur dazu beitragen, dass sich die Religionen besser verstehen. Man sehe sich, so Fricke, als eine Einrichtung, die gegenüber der Gesellschaft mit einer Stimme spricht. Mit Projekten wie dem Toleranzwagen im Karneval hätten Christen, Muslime, Juden und Buddhisten bereits Zeichen gesetzt. Und es gehe darum, aufzuzeigen, welche Rolle Religion grundsätzlich im Leben spiele – auch im Leben derjenigen, die sich vom Glauben abgewandt hätten.

Die Formalien der Sitzung waren rasch erledigt. Im Anschluss lud Fricke zu einem Get-together ein, einem zwanglosen Miteinander mit Meinungsaustausch. Die jüdische Gemeinde hatte dazu Häppchen vorbereitet, koscher und auch halal.