Obwohl im offiziellen Stadtplan von Halle nicht eingezeichnet, lag westlich des Gimritzer Dammes eine Stadt in der Stadt: das Gelände der Stasi-Bezirksverwaltung Halle. Die Außengeländeführung am Dienstag, 12. Mai 2026 um 17 Uhr, bietet die Möglichkeit, mehr über dieses Areal zu erfahren. Dabei werden Details zur Bau- und Nutzungsgeschichte erläutert. Stasi-Unterlagen zeigen zudem, wie die örtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit in der Mangelwirtschaft versorgt wurden und dokumentieren Feierlichkeiten an der hauseigenen Bar oder die permanente Selbstüberwachung der Geheimpolizei.

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Die Außengeländeführung findet in den Sommermonaten anstelle der monatlichen Archivführung des Bundesarchivs – Stasi-Unterlagen-Archivs Halle statt. Mit einem kurzen informativen Einblick in das Archiv beginnt auch dieses Format und im Anschluss an den Rundgang über das Gelände kann das Informations- und Dokumentationszentrum eigenständig besichtigt werden.

Die Dauerausstellung „Entschlüsselte Macht“ informiert mit zahlreichen Exponaten und Tafeln über die Überwachungs-, Manipulations- und Verfolgungsmethoden in der SED-Diktatur. Ergänzend hierzu zeigt das Stasi-Unterlagen-Archiv Halle erstmals in Sachsen-Anhalt die Ausstellung „Alles Wissen Wollen“ (herausgegeben vom Bundesarchiv). Sie ist das Resultat der gleichnamigen Wanderausstellung, die anhand von 21 Objekten über Ideologie, Struktur und Methoden der Stasi informiert. In Plakatform wird diese nun einem breiteren Publikum zugänglich und bietet analog zur Originalausstellung die Möglichkeit, über QR-Codes einen vertiefenden Einblick zu einzelnen Dokumenten zu erhalten.

Zudem zu sehen ist die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ (herausgegeben von der Bundesstiftung Aufarbeitung), die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Lebensrealitäten von Frauen in der Bundesrepublik und DDR während der 1970er und 1980er Jahre zeigt. Sie setzt sich zugleich kritisch mit hierzu bestehenden Klischees und Zuschreibungen auseinander.

Bei schlechten Witterungsbedingungen findet alternativ die Führung durch das Archiv sowie das Informations- und Dokumentations-zentrum statt.

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Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen. Hierfür ist ein gültiges Personaldokument erforderlich.

Die Teilnehmerzahl der Führung ist begrenzt. Es wird um telefonische Anmeldung unter 030 18665-2711 oder per E-Mail über [email protected] gebeten.

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