Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Selenskyj warnt Putin-Verbündete: „Wir raten davon ab“

Aktualisiert am 08.05.2026 – 02:34 UhrLesedauer: 24 Min.

Russlands Machthaber Wladimir Putin (l.) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.Vergrößern des Bildes

Russlands Machthaber Wladimir Putin (l.) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. (Quelle: Gavriil Grigorov/dpa)

Selenskyj warnt Russland nahestehende Staaten. Die Ukraine greift ein russisches Raketenschiff an. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die russische Luftabwehr hat nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin mehr als 50 Drohnen im Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen. Die Abschüsse erstrecken sich über einen Zeitraum von etwa 15 Stunden bis in die Nacht, teilt Sobjanin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Rettungskräfte untersuchen demnach Trümmerteile am Boden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet zudem den Abschuss von 95 ukrainischen Drohnen über zentralen und südlichen Regionen des Landes.

Gleichzeitig gilt eine vom Ministerium angekündigte dreitägige Waffenruhe anlässlich der Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Russland hatte erst kürzlich gedroht, auf jeden ukrainischen Angriff während der Feierlichkeiten mit einem massiven Raketenangriff auf Kiew zu reagieren. Die russische Führung hat die traditionelle Siegesparade in diesem Jahr mit Verweis auf die Bedrohungslage bereits verkleinert.

Moskau hat sich „empört“ darüber geäußert, dass das mit Russland verbündete Armenien Anfang der Woche bei einem Gipfeltreffen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj empfangen hat. Es sei „kategorisch inakzeptabel“, dass Armenien Selenskyj „bei den jüngsten von der EU geförderten Veranstaltungen eine Plattform geboten hat“, erklärte das russische Außenministerium. Moskau sei in dieser Angelegenheit „zu Recht empört“, hieß es weiter.

Russland bestellte als Reaktion den armenischen Gesandten ins Außenministerium ein. Moskau warnte die ehemalige Sowjetrepublik vor einer stärkeren Hinwendung zu Europa. Eriwan hatte 2024 seine Mitgliedschaft im von Russland geführten Militärbündnis OVKS gekündigt, da Russland Armenien in seinem Konflikt mit Aserbaidschan nicht verteidigte. Es bekundete zudem Interesse an einem EU-Beitritt, was den Kreml zusätzlich verärgerte.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hatte am Donnerstag bei einer wöchentlichen Pressekonferenz mit Blick auf Selenskyj erklärt: „Die russische Gesellschaft hat mit tiefer Empörung und Fassungslosigkeit nicht nur miterlebt, sondern vor allem in Erinnerung behalten, dass Armenien, das wir als befreundetes, brüderliches Land betrachten, als Plattform gedient hat. Für wen? Für einen Terroristen.“

Kurz vor dem traditionellen Tag des Sieges in Russland läuft die Zeit der einseitig von Moskau im Ukraine-Krieg ausgerufenen Waffenruhe. Das russische Verteidigungsministerium hatte die Feuerpause zuvor bekräftigt. Sie gelte von Freitag 0.00 Uhr Ortszeit (Donnerstag 23.00 Uhr MESZ) bis zum 10. Mai, teilte das Ministerium mit.

Es war nicht sofort klar, ob die Kampfhandlungen tatsächlich eingestellt werden. Um Mitternacht Ortszeit herrschte in den meisten Teilen der Ukraine kein Luftalarm. In Russland meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass kurz nach Mitternacht vorübergehende Einschränkungen aus Sicherheitsgründen am Moskauer Flughafen Wnukowo. Sie berief sich dabei auf die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija.