Bierdusche und Muskelriss

Für RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick, der die Rasenballer höchstselbst in die Eliteklasse führte, war der Aufstieg allerdings auch schmerzhaft. Nach dem Aufstieg und auf dem Rasen wollte der damals 57-Jährige einer Bierdusche von Davie Selke entgehen – und zog sich bei der Flucht einen Muskelbündelriss zu. Während Rangnick ärztlich versorgt werden musste, erschien Co-Trainer Achim Beierlorzer bei der Pressekonferenz und konstatierte: „Wir sind verdient aufgestiegen.“

Noch drei 2016-Aufsteiger im Kader

Aus der damaligen Aufstiegsmannschaft sind aktuell noch drei Kicker im RB-Kader: Willi Orban, Torhüter Pete Gulacsi und Lukas Klostermann. Das Trio hat in den zehn Jahren einige Erfolge und auch ein paar Rückschläge erlebt. In zehn Spielzeiten schaffte RB rekordverdächtige neun Europapokal-Qualifikationen, nie war RB schlechter als Platz sieben, viermal standen die Sachsen im DFB-Pokalfinale, gewannen mit Trainer Domenico Tedesco 2022 und mit Coach Marco Rose 2023. In der Champions League schaffte es das Team mit Trainer Julian Nagelsmann 2020 bis ins Halbfinale.

Höhen und Tiefen in zehn Jahren

Zu den weniger erfolgreichen Kapiteln in de Leipziger Bundesliga-Zeit dürfte das frühzeitige Pokal-K.o. gleich in der ersten Saison gegen den sächsischen Rivalen Dynamo Dresden gehören. Oder die erfolglose Zeit 2021 unter Trainer Jesse Marsch, die zweite Saison mit Domenico Tedesco oder die Saison 2024/2025, als man erstmals die Europapokal-Qualifikation verpasste und auch noch den in Fankreisen sehr beliebten Trainer Marco Rose entließ. Und auch der nicht ganz einvernehmliche Abgang von Ralf Rangnick aus Leipzig war sicher keine Sternstunde der jungen RB-Geschichte.

338 Bundesliga-Spiele, 137 Spieler

Vor dem anstehenden Heimspiel am Samstag (9. Mai 2026) gegen den FC St. Pauli bestritt RB 338 Bundesliga-Spiele und setzte dabei 137 Spieler ein. In den 338 Spielen gelangen 179 Siege, es gab 77 Niederlagen und 82 Remis. In der ewigen Bundesliga-Tabelle sind die Leipziger damit auf Rang 26 geklettert, nur 22 Punkte trennt RB von den Top 25.

Aufstiegshelden am Samstag im Stadion

Unter den 137 eingesetzten Spielern stechen Weltklasse-Fußballer wie Josko Gvardiol, Dani Olmo, Christopher Nkunku, Dominik Szoboszlai, Dayot Upamencano oder Xavi Simons hervor. Von dem Sextett wird beim kommenden Heimspiel gegen St. Pauli niemand im Stadion sein. Dafür aber einige der Aufstiegshelden. So haben sich Ex-Coach Ralf Rangnick, Fabio Coltorti, Marcel Halstenberg, Stefan Ilsanker und der mitlerweile für RBL arbeitende Ex-Kapitän Dominik Kaiser angekündigt. Außerdem soll der globale Fußballchef von Red Bull, Jürgen Klopp, im Stadion sein.

Wem und in welchem Umfang Klopp dann der Aufstiegs-Delegation von 2016 gratuliert, ist noch nicht klar. Zum Aufstieg gratuliert aber die Politik-Prominenz der Stadt Leipzig. Oberbürgermeister Burkhard Jung hat sich mehrfach als RB-Fan geoutet. Und auch für Sport-Bürgermeister Heiko Rosenthal, ist die Ansiedlung des Fußballklubs mit österreichischen Limonaden-Millionen eine Erfolgsgeschichte.

Sportbürgermeister Rosenthal: „Viele Vereine partizipieren“

In einem großen Radio-Special bei MDR SACHSEN zum Aufstieg von RB spricht Rosenthal dabei vom enormen Werbeeffekt, den der Bundesligist hat: „Da geht es darum, sich als Sportstadt zu präsentieren“, so der 51-Jährige. Außerdem, so Rosenthal, wäre Leipzig ohne RB sicher kein Spielort bei der Männer-EM 2021, der Frauen-EM 2029 oder des Conference-League-Finals 2026 geworden. Auch andere Vereine in der Stadt würden vom großen Bundesligisten vom Cottaweg profitieren: „Viele Sportvereine partizipieren von diesem sportlichen Erfolg. Sei es eine Kooperationsvereinbarung, die man mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig im Nachwuchs eingegangen ist. Sei es, dass viele Talente in der Nachwuchsarbeit bei RB Leipzig gefördert werden.“