Trump-Partei macht in Tennessee ernst
Nach dem Beschluss bricht Tumult aus
Aktualisiert am 08.05.2026 – 00:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Nashville: Protest im Repräsentantenhaus von Tennessee. (Quelle: George Walker IV)
Der einzige demokratische Kongressbezirk Tennessees soll zerschlagen werden. Die Demokraten sprechen von Wahlmanipulation – es kommt zu tumutlartigen Szenen.
Trumps Partei hat es also getan. Die Republikaner haben im US-Bundesstaat Tennessee neue Wahlkreisgrenzen für das Repräsentantenhaus beschlossen. Und die neuen Grenzen könnten gravierende Folgen für den einzigen demokratisch vertretenen Kongresswahlbezirk des Bundesstaats haben – zum Nachteil schwarzer Wähler und der Demokraten. Die Neuaufteilung gilt als Teil einer landesweiten Strategie von Präsident Donald Trump und seiner Partei, ihre knappe Mehrheit im US-Repräsentantenhaus bei den kommenden Zwischenwahlen im November zu sichern.
Der republikanisch dominierte Landtag verabschiedete die neue Karte am Donnerstag nach tumultartigen Szenen und Protesten im Parlament. Demonstranten unterbrachen laut Medienberichten die Sitzungen mit Sprechchören und Trillerpfeifen, demokratische Abgeordnete verließen demnach aus Protest den Saal. Die Vorlage geht nun an den republikanischen Gouverneur Bill Lee, der sie den Berichten zufolge voraussichtlich unterzeichnen wird.
Im Zentrum des Streits steht der bislang demokratisch vertretene Kongresswahlbezirk in und um Memphis, eine Stadt mit mehrheitlich schwarzer Bevölkerung. Der neue Zuschnitt würde die demokratische Hochburg auf mehrere Wahlkreise verteilen. Die Wähler aus der Stadt würden jeweils mit deutlich konservativeren Regionen zusammengelegt, sodass Republikaner in allen Bezirken bessere Siegchancen bei den anstehenden Parlamentswahlen im Herbst hätten. Sie könnten damit alle neun Sitze Tennessees im Kongress gewinnen.
„Der Oberste Gerichtshof hat festgestellt, dass die Neufestlegung der Wahlbezirke ebenso wie das Justizsystem farbenblind sein sollte“, erklärte Cameron Sexton, Sprecher des Repräsentantenhauses von Tennessee, in einem Social-Media-Beitrag. „Das Urteil besagt, dass die Bundesstaaten die Wahlbezirke auf der Grundlage parteipolitischer Erwägungen neu festlegen dürfen.“
Wie gezielt dabei „parteipolitische Interessen“ verfolgt werden, lässt sich an der nun beschlossenen Neufestlegung ablesen: Demnach zielt die neue Wahlkreiskarte darauf ab, den einzigen demokratischen Kongressabgeordneten des Bundesstaates, Steve Cohen, aus seinem Wahlkreis im Großraum Memphis zu verdrängen. Dies wollen die Republikaner dadurch erreichen, dass sie das mehrheitlich von Schwarzen bewohnte Shelby County aufteilen und mit einem konservativ dominierten Wahlkreis zusammenlegen.
