Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) – Wo steckt Timmy? Seit seiner Freilassung ins offene Meer fehlt von dem Buckelwal jede Spur. Die GPS-Daten des Trackers werden von der privaten Rettungsinitiative unter Verschluss gehalten. Über der spektakulären Rettungsaktion liegt seitdem ein düsterer Schatten: Lebt der Wal überhaupt noch?
Das Drama um den verschwundenen Meeresriesen spitzt sich auch nach seiner Freilassung weiter zu. Während Experten den Erfolg der Rettung anzweifeln, prüft Mecklenburg-Vorpommern jetzt rechtliche Schritte gegen die private Initiative der Bergungsaktion.
Backhaus enttäuscht von Rettern
Wie Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) erklärte, seien mit der privaten Initiative vor der Freilassung drei klare Punkte vereinbart worden: eine Videoüberwachung, die Weitergabe der Tracker-Daten und ein tierärztliches Gutachten nach der Freilassung. „So war es vereinbart“, sagte Backhaus zu BILD.

Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (67), fordert Klarheit von der Initiative
Foto: Henning Schaffner
Bis vergangenen Dienstag hätten die Daten des GPS-Trackers an die Behörde übermittelt werden sollen. Doch bis jetzt liegen dem Umweltministerium trotz mehrfacher Anfragen keine Informationen vor. Wie jetzt bekannt wurde, könnte das ernste Konsequenzen bedeuten. Zuerst berichtete der „Spiegel“ darüber.
Demnach will das Land Mecklenburg-Vorpommern rechtliche Schritte gegen die private Initiative prüfen, sofern weiterhin keine Daten übermittelt werden. Gemeint ist damit möglicherweise eine Klage auf Herausgabe von Daten.
„Das Gerät sendet zwar, aber…“
Millionärin Karin Walter-Mommert hatte Backhaus zuvor zugesichert, dass Daten übergeben werden, sobald sie vorliegen. Gegenüber BILD bestätigte sie zuvor, dass sich der Tracker mehr als 20 Mal gemeldet hatte. Eine genaue Position lasse sich aber weiterhin nicht ableiten.

Foto: BILD/Infografik
Neben Walter-Mommert war Media-Markt-Mitgründer Walter Gunz (79) einer der wichtigsten Geldgeber der Aktion. Auf die fehlenden Tracker-Daten sagte Gunz zu BILD: „Wir haben keine Daten, die wir Herrn Backhaus geben können. Das Gerät sendet zwar, aber übermittelt keine verwertbaren Informationen. Wir wissen nicht, warum.“
Dass der GPS-Tracker tatsächlich installiert wurde, hatte ein Helfer gegenüber BILD bestätigt. Er versicherte, den Sender an der Rückenflosse gesehen zu haben. Das bedeutet: Der Tracker sendet nur, wenn der Wal auftaucht und die Flosse über die Wasseroberfläche ragt. Aufgrund der fehlenden Daten halten Experten des Deutschen Meeresmuseums es für sehr wahrscheinlich, dass der geschwächte Buckelwal nicht überlebt hat.
Eine Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage von BILD steht noch aus.
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Quelle: BILD07.05.2026