
Mannheim/Metropolregion Rhein-Neckar – Illegale Müllablagerungen und Verschmutzungen im öffentlichen Raum stellen seit Jahren eine große Herausforderung dar.
Sie beeinträchtigen nicht nur das Stadtbild, sondern wirken sich auch negativ auf die Lebensqualität sowie das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger aus. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind in Mannheim seit zwei Jahren sogenannte Sauberkeitsermittler im Einsatz. Ihre Aufgabe ist es, im gesamten Stadtgebiet unerlaubte Sperrmüllablagerungen aufzuspüren und die Verursacher zu ermitteln. Die Verwaltung zieht nun eine aktuelle Bilanz.
„Seit dem Start vor zwei Jahren wurden von unseren Sauberkeitsermittlern über 6.100 Orte mit unerlaubten Müllablagerungen überprüft. In der Folge wurden knapp 550 Anzeigen an die Bußgeldstelle weitergeleitet, woraus bis Ende 2025 Bußgelder in einer Höhe von insgesamt rund 130.000 Euro resultierten“, bilanziert Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Dr. Volker Proffen. Er führt weiter aus: „Diese hohen Zahlen unterstreichen, wie enorm hoch der Handlungsbedarf in diesem Bereich ist und dass wir hier kontinuierlich dranbleiben müssen. Ich danke unseren Sauberkeitsermittlern, die mit ihrem engagierten Einsatz einen sehr wichtigen Beitrag dazu leisten, Verursacher zur Verantwortung zu ziehen und illegale Müllablagerungen systematisch zu bekämpfen.“
„Der Eigenbetrieb Stadtraumservice hat letztes Jahr knapp 32.000 Sperrmüllablagerungen entfernt. Davon waren circa 10 Prozent nicht angemeldet und somit illegal. Wenn immer mehr Ressourcen für diese illegalen Müllkippen aufgewendet werden, leiden darunter auch die Bürger, die ihren Sperrmüll ordnungsgemäß angemeldet haben. Diesen Umstand müssen wir ändern. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind – auch wenn weiterhin gegen das Problem vorgegangen werden muss. Dazu versuchen wir auch digitale Lösungen einzusetzen“, so Erste Bürgermeisterin Prof. Dr. Diana Pretzell.
Das dreiköpfige Team der Sauberkeitsermittler untersucht vor Ort aufgefundene Müllablagerungen auf Hinweise zu möglichen Verursachern. Ergänzend werden auch Gespräche mit Anwohnern geführt, die nicht selten wichtige Hinweise liefern können. Nach Abschluss der Ermittlungen werden die Müllablagerungen an den Eigenbetrieb Stadtraumservice gemeldet, der die fachgerechte Entsorgung übernimmt. Sofern ein Verursacher ausfindig gemacht werden kann, wird Anzeige erstattet.
Bilanz der Sauberkeitsermittler
Die Bilanz für das Jahr 2025 zeigt die Dimension der Aufgabe deutlich: Insgesamt wurden 3.426 Orte mit unerlaubten Müllablagerungen überprüft. Der überwiegende Teil der Fälle, 87 Prozent (2.993 Ablagerungen), wurde durch die Mitarbeiter im Rahmen von Streifentätigkeiten festgestellt, während 13 Prozent auf Meldungen des Stadtraumservice, über den Mängelmelder oder andere Hinweise zurückgingen.
In 771 Fällen konnten vermeintliche Verursacher ermittelt werden. 79 Fälle stellten sich im Nachgang als angemeldeter Sperrmüll oder als Ablagerungen auf Privatgrundstücken heraus.
Insgesamt wurden 287 Anzeigen an die Bußgeldstelle weitergeleitet, aus denen 81 Bußgeldbescheide und Bußgelder in einer Höhe von insgesamt rund 73.600 Euro resultierten. Einzelfallbeträge betrugen bis zu 2.500 Euro, der Durchschnitt der gezahlten Bußgelder lag bei 900 Euro pro Verfahren.
Bereits im Vorjahr, seit Start der Sauberkeitsermittler im März 2024, wurden 2.193 Örtlichkeiten mit Ablagerungen überprüft. Dabei wurden 322 vermeintliche Verursacher festgestellt. Es wurden 220 Anzeigen vorgelegt, 65 Bußgeldbescheide erlassen und Bußgelder in Höhe von rund 56.000 Euro verhängt.
Auch die bisherigen Zahlen für das Jahr 2026 unterstreichen die fortdauernde Relevanz des Themas: Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. März wurden bereits 510 Orte überprüft. In 146 Fällen konnten vermeintliche Verursacher ermittelt werden. Insgesamt wurden im 1. Quartal 45 Anzeigen vorgelegt. Die Anzahl der Bußgeldbescheide und Bußgeldhöhen sind hier aktuell noch nicht ausgewertet.
Wer Sperrmüll nicht ordnungsgemäß entsorgt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Die Bußgelder reichen von 50 Euro im Verwarnungsbereich bis zu 2.500 Euro bei größeren Mengen von über einem Kubikmeter beziehungsweise mehr als 200 Kilogramm Sperrmüll.
Illegale Ablagerungen können über den Mängelmelder gemeldet werden. Jeder Hinweis wird geprüft und kann dazu beitragen, den Verursacher ausfindig zu machen. Darüber hinaus appelliert die Stadtverwaltung an alle, Sperrmüll rechtzeitig und ordnungsgemäß anzumelden oder auf einem der Recyclinghöfe zu entsorgen.

Weitere Maßnahmen für eine saubere Stadt
Gegen Wilde Ablagerungen hat der Stadtraumservice im vergangenen Herbst eine Banner-Aktion gestartet. Um zu zeigen, dass ein Fehlverhalten vorliegt und um zu sensibilisieren, wie Sperrmüll richtig entsorgt wird, kennzeichnet der Stadtraumservice auch in den kommenden Monaten an bekannten Hotspots im Stadtgebiet wilde Ablagerungen mit Hinweisbannern sowie einem auffälligen Klebeband. Der Schriftzug des Klebebandes zeigt den Passantinnen und Passanten, dass es sich nicht um regulär angemeldeten Sperrmüll handelt. Die augenzwinkernde Aufschrift der Banner „Mama/Papa Mannheim sagt: ‚So war räum dein Zimmer auf!‘ nicht gemeint!“ und ein Hinweis auf die Behördennummer 115 sowie einer QR-Code-Verlinkung zum Sperrmüll-Online-Formular erklären, wie Sperrmüll richtig entsorgt wird.
Das schnelle Eingreifteam der Stadtreinigung hat in diesem Frühjahr gezielte Reinigungsaktionen in Wohngebieten außerhalb des Stadtzentrums gestartet. Insbesondere Randbereiche, in denen sich Verschmutzungen über einen längeren Zeitraum angesammelt haben, werden bei den Stadtteilaktionen besonders berücksichtigt. Auch wilde Ablagerungen werden bei diesen Aktionen entfernt. Die erste Aktion wurde Ende April in Waldhof-West durchgeführt. Mehrere Fahrzeuge und ein Dutzend Städtereiniger in Orange sorgten für die Aufmerksamkeit der Anwohner und Gewerbetreibenden sowie Respekts- und Dankbarkeitsbekundungen. Der Stadtraumservice erhofft sich durch die Präsenz vor Ort, dass sich die Sauberkeit in diesen Gebieten nicht nur kurzfristig, sondern durch ein Umdenken und entsprechendes Handeln der Anlieger auch langfristig erhöht. Denn alle können ihren Teil zur Sauberkeit beitragen, indem die Gehwegreinigungspflicht erfüllt, Sperrmüll korrekt angemeldet und Abfallkörbe genutzt werden.
Ziel eines neuen, vom Stadtraumservice Mannheim und der Smart City GmbH Mannheim durchgeführten Pilotprojekts ist es, mithilfe optischer Sensoren auf kommunalen Fahrzeugen automatisiert Daten zur Sauberkeit im öffentlichen Raum zu erfassen. In einer viermonatigen Pilotphase soll herausgefunden werden, ob sich unterschiedliche Arten von Abfällen durch optische Sensoren erkennen lassen. Dazu werden Kameras auf Abfallsammelfahrzeugen und Kehrmaschinen montiert, die im Rahmen ihrer regulären Touren Daten zu Zeit, Ort und Art der Verschmutzung erfassen. Die gesammelten Daten ermöglichen es, stark verschmutzte Bereiche zu identifizieren, Entwicklungen über längere Zeiträume zu beobachten und Rückschlüsse auf besonders belastete Stadtteile zu ziehen. Sollte die erste Phase erfolgreich verlaufen, ist eine zwölfmonatige Anschlussphase geplant.
Quelle: Stadt Mannheim
Zuletzt aktualisiert am 7. Mai 2026, 21:58