
Die Digitalisierung in der Region Hannover schreitet voran, aber einige Schwierigkeiten bleiben noch zu bewältigen – Foto: JPH
Die Region Hannover treibt die Digitalisierung ihrer Verwaltungsleistungen konsequent voran – mit messbaren Erfolgen, aber auch klaren Aufgaben. Bis März 2026 sind knapp 90 Prozent der freiwilligen Digitalisierungsprojekte abgeschlossen und 45 Prozent der gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen nach dem Onlinezugangsgesetz (OZG) digital verfügbar. Besonders gefragt sind Services wie Wunschkennzeichen, Führerscheinanträge oder Leistungen für Bildung und Teilhabe: Allein im 1. Quartal 2026 wurden die Online-Services 65.000-mal pro Monat aufgerufen – ein Plus von 67 Prozent gegenüber 2025.
„Die Digitalisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon – aber wir sind auf einem guten Weg. Die steigenden Nutzerzahlen zeigen: Unsere Angebote werden angenommen und entlasten sowohl Einwohner als auch die Verwaltung“, sagt Cordula Drautz, Dezernentin für Digitalisierung der Region Hannover. Der aktuelle Stand wurde den Mitgliedern des Digitalisierungsausschusses der Region (OPFD) am Donnerstag, 7. Mai, vorgestellt.
Digitalisierung als Gemeinschaftsaufgabe
Besonders im Fokus stehen die Top-30-Leistungsbündel, von denen vier Leistungen vollständig digital bearbeitet werden, inklusive digitalem Bescheid. 20 Leistungen können online beantragt werden, bedürfen aber noch einer teilweise manuellen Bearbeitung in der Behörde. Der Weg zur flächendeckenden Digitalisierung bleibt anspruchsvoll: Externe Abhängigkeiten und technische Hürden bremsen das Tempo.
„Die Region Hannover stößt an Grenzen, wo sie nicht selbst steuern kann: Wir sind auf funktionierende Partnerschaften angewiesen – sei es mit hannIT, dem IT-Dienstleister Nolis oder den EfA-Anbietern“, sagt Drautz. Viele Leistungen hängen von „Einer-für-Alle“-Lösungen (EfA) ab, die Bund oder Länder bereitstellen. Verzögerungen bei EfA-Anbietern – beispielsweise im Waffenrecht oder bei Einbürgerungen – oder fehlende Schnittstellen beim Rückkanal für digitale Bescheide blockieren die vollständige Digitalisierung. Drautz weiter: „Entscheidend ist, dass wir dort, wo wir selbst handeln können, Gas geben und das mit Erfolg.“ Das würden die freiwilligen Digitalisierungsprojekte zeigen, die nicht OZG-pflichtig sind: Hier seien bereits 74 von 83 Leistungen abgeschlossen.
Service-Portal der Region
Alle digitalen Dienstleistungen der Region Hannover sind im Service-Portal gebündelt aufrufbar, das unter dem Dach der Digitalen Dachmarke Deutschland weiterentwickelt wird. Die Digitale Dachmarke Deutschland ist ein freiwilliges, einheitliches Kennzeichnungssystem für staatliche Online-Angebote von Bund, Ländern und Kommunen, das durch wiedererkennbare Elemente Authentizität sichert und Desinformation vorbeugt. Bei besonders problematischen Anträgen, wie beispielsweise den Formularen des Fachbereichs Zuwanderung und Integration, hilft eine KI beim richtigen Ausfüllen der Dokumente, wenn gewünscht – in mehreren Sprachen.


