Die Gesellschaft für Kunstfreunde in Überlingen (GKÜ) startete die Saison im Gallerturm mit der Vernissage zur Ausstellung „August Schwarz“. Vizepräsidentin Stefanie Lioe begrüßte die Besucher und bedankte sich bei allen Mitwirkenden, die auch in diesem Jahr die Ausstellung aus dem Bestand wieder ermöglichen. Der Raum war voll von Besuchern, die dem spannenden und intensiv recherchierten Vortrag von Hansjörg Straub über die Biografie und das Lebenswerk des Künstlers aufmerksam folgten.
Nur wenige wissen etwas über den Künstler
„Ich habe den Eindruck, jeder hat einen Schwarz, aber nur wenige wissen etwas über ihn“, so Hansjörg Straub. August Schwarz, geboren 1896 in Mannheim, studierte an der beliebten Großherzoglichen Kunstgewerbeschule Pforzheim (1914) sowie an der Badischen Landeskunstschule Karlsruhe (1918) und widmete sich der Bildhauerei und Malerei. Er galt als sehr begabt und war bekannt für seine Bilder und sein Engagement. Die „Neue Sachlichkeit“ der Zwanzigerjahre, die sich den Traditionalisten und dem Expressionismus entgegensetzte, entsprach ihm nicht. Er blieb immer bei seinem eigenen Stil. Seine Hauptmotive sind Landschaften, Porträts und alltägliche Motive. Auch Bleistiftzeichnungen gehören zur Sammlung, wie etwa der Entwurf von Bühnenbildern für 1001 Nacht.

Icon vergrößern
August Schwarz ging viel in die Landschaft. Seinen Stil behielt er durchgehend bei. Auch malte er gerne Porträts, darunter eine Reihe von Selbstporträts. Landschaftsbild unten links ist eine Leihgabe von der Familie Waldschütz (Inh. Hotel Ochsen).
Foto: Barbara Czok
Schließen
Icon Schließen
Icon vergrößern
Icon verkleinern
Icon Pfeil bewegen
August Schwarz ging viel in die Landschaft. Seinen Stil behielt er durchgehend bei. Auch malte er gerne Porträts, darunter eine Reihe von Selbstporträts. Landschaftsbild unten links ist eine Leihgabe von der Familie Waldschütz (Inh. Hotel Ochsen).
Foto: Barbara Czok
Freier Mitarbeiter in der Kunstwerkstatt Mezger
Durch seinen Freund und Studienkollegen Victor Mezger kam August Schwarz in den Zwanzigerjahren immer wieder nach Überlingen und blieb. Bis kurz vor seinem Tod arbeitete er als freier Mitarbeiter in der Kunstwerkstatt Mezger mit, wo er gerne gesehen war und viele Aufträge hatte, zum Beispiel für den Caritasaltar, die Marienfigur am Hochbild und das Hänsele auf dem Brunnen. Hansjörg Straub beschreibt ihn als gutaussehenden, sportlichen und beliebten Menschen, der unentwegt arbeitete. Eine Beziehung hatte er mit Johanna Brons, bei allen bekannt als „Hannele“. Er ging zum Mittagstisch in den Ochsen, freundete sich mit der Familie Waldschütz an und bedankte sich gelegentlich mit seinen Bildern. Einige der ausgestellten Werke kommen aus der Sammlung der Familie Waldschütz und weiterem Privatbesitz.

Icon vergrößern
Ein Selbstporträt von August Schwarz (1896-1969). Der Künstler machte nicht viel Aufhebens um sich und seine Werke und mied eigene Ausstellungen. Einzige Ausnahme war eine Ausstellung 1966 zu seinem 70. Geburtstag, initiiert von Dorothee Kuczkay und Heinrich Palm.
Foto: Barbara Czok
Schließen
Icon Schließen
Icon vergrößern
Icon verkleinern
Icon Pfeil bewegen
Ein Selbstporträt von August Schwarz (1896-1969). Der Künstler machte nicht viel Aufhebens um sich und seine Werke und mied eigene Ausstellungen. Einzige Ausnahme war eine Ausstellung 1966 zu seinem 70. Geburtstag, initiiert von Dorothee Kuczkay und Heinrich Palm.
Foto: Barbara Czok
Der Gallerturm ist der Vereinssitz der GKÜ, die sich für die regionale Kunstförderung engagiert. Wie Sigrun Janiel im Gespräch erzählte, werden die Ausstellungen von aktiven Mitgliedern ausgerichtet, die sich von der Kuratierung bis zur Organisation und Öffentlichkeitsarbeit durchweg ehrenamtlich um alles kümmern. Die Ausstellung läuft bis zum 28. Juni. Der Eintritt ist frei. Ein weiterer Vortrag wird am 7. Juni um 15 Uhr angeboten. Weitere Informationen zum Verein unter: www.gkue.de.