Er war der Überraschungskandidat der aktuellen Staffel „Deutschland sucht den Superstar“: Menowin Fröhlich aus Würzburg. Fans der Show dürften sich noch an das Finale im Jahr 2010 erinnern. Damals musste Menowin sich seinem Kontrahenten Mehrzad Marashi geschlagen geben. Danach fiel der Sänger in ein tiefes Loch. An diesem Samstag, 9. Mai, steht er nun erneut im Finale von DSDS.

Bei Musikproduzent Dieter Bohlen, Ballermann-Star Isi Glück und Deutschrapper Bushido kommt der 38-Jährige bislang gut an. Im Netz löst seine Teilnahme anders als bei der Jury hingegen gemischte Reaktionen aus. Kritikerinnen und Kritiker zweifeln an der Glaubhaftigkeit seines Comebacks, werfen der Produktion unfaire Bevorzugung und Inszenierung vor. Auch Menowins Vergangenheit mit Alkohol- und Drogenmissbrauch wird in der aktuellen Staffel erneut zum Thema. Was, wenn es am Samstag für den Würzburger erneut nicht zum Titel reicht? Darüber hat er mit dieser Redaktion gesprochen.

Herr Fröhlich, 2010 sind Sie nach dem Finale in ein tiefes Loch gefallen. Jetzt geht es erneut um Sieg oder Niederlage. Wie gehen Sie damit um, dass es womöglich wieder nicht klappen könnte?

MENOWIN FRÖHLICH: Ich gehe heute ganz anders damit um als früher. Damals habe ich meinen Wert als Mensch zu sehr von diesem Ergebnis abhängig gemacht. Wenn es nicht geklappt hat, war für mich gefühlt alles vorbei. Heute weiß ich: Mein Wert steht nicht auf einer Bühne und wird auch nicht durch einen Titel entschieden. Natürlich will ich gewinnen – ich wäre nicht hier, wenn ich das nicht ernst meinen würde. Aber ich bin innerlich stabiler. Egal, wie es ausgeht, ich falle nicht mehr so tief, weil ich heute ein Fundament habe, das mir niemand nehmen kann.

Ihre erneute Teilnahme sorgt für gemischte Reaktionen. Inwieweit können Sie die Sichtweisen nachvollziehen? Und was entgegnen Sie Ihren Kritikerinnen und Kritikern?

MENOWIN: Ich kann das absolut nachvollziehen. Von außen sieht das vielleicht ungewöhnlich aus, vielleicht sogar unfair für manche. Und ich nehme diese Stimmen auch ernst. Aber ich kann nur für mich sprechen: Ich bin hier, um meinen Weg zu gehen und mich dieser Herausforderung zu stellen – genau wie jeder andere auch. Ich bekomme keinen Bonus auf der Bühne, ich muss liefern. Was ich mir wünsche, ist, dass die Leute nicht nur meine Vergangenheit sehen, sondern auch meine Entwicklung. Jeder Mensch verdient eine zweite Chance – und manchmal sogar eine dritte. Am Ende entscheidet das Publikum, und das ist auch gut so.