Ende April ist im Studienzentrum des Krankenhauses Bethanien eine klinische Studie für Patienten mit unheilbarem Leberkrebs gestartet. Geleitet wird die Erhebung mit der Bezeichnung „ARTEMIDE-HCC01 (NCT06921785)“ von Mischa Möller. Möller ist Prüfarzt und Sektionsleiter für Hämatologie und Onkologie. Sponsor ist AstraZeneca. Das hat die Stiftung Bethanien jetzt mitgeteilt.

„Wir haben durch diese Studie die einmalige Gelegenheit, unseren Patientinnen und Patienten mit unheilbarem Leberkrebs (HCC) ein in mehrfacher Hinsicht innovatives Therapiekonzept anzubieten“, wird Möller zitiert.

Schwer behandelbare Krebserkrankung

Das sogenannte hepatozelluläre Karzinom zählt, wenn es nicht operativ entfernt werden kann, zu den schwer behandelbaren Krebserkrankungen. Eine Verbesserung der Therapie sei zuletzt durch die Anwendung der Immuntherapie erreicht worden, heißt es. Dabei wird das körpereigene Immunsystem dazu aktiviert, Krebszellen zu bekämpfen und die Erkrankung so einzudämmen. „Wir erhoffen uns durch die Kombination der in der klinischen Studie verwendeten vier Wirkstoffe ohne Chemotherapie eine Verbesserung der Überlebenszeit für unsere Patientinnen und Patienten – und das bei einer guten Lebensqualität“, so die Verantwortlichen.

Chemotherapiefreies Konzept der Studie

Bislang einzigartig an dem chemotherapiefreien Konzept der Studie ist laut der Stiftung Bethanien ein Therapiearm, der drei verschiedene Immuntherapeutika (PD-1, CTLA-4, TIGIT) und einen Antikörper zur Hemmung des Gefäßwachstums (Angiogeneseinhibitor) kombiniert. Die Studie, heißt es, sei dabei in drei Therapiearmen konzipiert: Der erste kombiniere alle vier Therapiekonzepte, der zweite den neuartigen TIGIT-Inhibitor mit Bevacizumab – einem Antikörper zur Hemmung des Gefäßwachstums – und der dritte Arm setze sich als Kontrollarm mit dem derzeitigen Therapiestandard aus einem Immuntherapeutikum und Bevacizumab zusammen. Die Teilnehmer würden nach dem Zufallsprinzip den verschiedenen Therapiearmen zugeteilt.

Leberfunktion darf nur leicht beeinträchtigt sein

An der Studie teilnehmen können laut Bethanien alle erwachsenen Patienten mit einem in einer Gewebeprobe bestätigten Leberkrebs, der nicht operiert oder mit einer anderen Lokaltherapie behandelt werden kann und bei denen noch keine andere medikamentöse Krebstherapie begonnen wurde. Sollte nach einem Lebereingriff ein Fortschreiten der Erkrankung festgestellt werden, könne die Studienteilnahme 28 Tage nach dem Eingriff beginnen, heißt es.

Die Patienten sollten in der Lage sein, ambulante Termine im Studienzentrum des Krankenhauses Bethanien Moers wahrzunehmen. Außerdem dürfe die Leberfunktion nur leicht im Sinne eines Child-Pugh A, Score 5-6 beeinträchtigt sein, beschreibt Möller die weiteren Voraussetzungen für eine Teilnahme.

Interessierte Patienten oder zuweisende Ärzte können sich telefonisch an das Studienzentrum des Krankenhauses Bethanien Moers unter 02841 2002205 oder per Mail an mischa.moeller@bethaninenmoers.de wenden.