Wie viele Tote und Verletzte gibt es und was ist über die Opfer der Amokfahrt bekannt?

Zwei Menschen wurden getötet, sechs weitere verletzt – zwei von ihnen schwer. Die beiden sind nicht mehr in Lebensgefahr. Hinzu kommen nach Polizeiangaben mehr als 80 Personen, die „aufgrund der Eindrücke des Erlebten betreut werden“ mussten.

Die genaue Anzahl der Verletzten war am Dienstag zunächst unklar. „Das war gestern sehr schwierig. Viele Leute haben den Ort selbstständig verlassen und sich zum Arzt begeben“, sagte der Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz. Bei den beiden Todesopfern handelt es sich laut Polizei um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann. Beide seien deutsche Staatsangehörige.

Wer ist der mutmaßliche Täter der Amokfahrt?

Der mutmaßliche Täter ist nach Angaben der Polizei ein 33 Jahre alter Deutscher und wohnt in der Region Leipzig. Der Mann sei bereits polizeibekannt gewesen, laut dpa-Informationen jedoch nicht einschlägig. Der 33-Jährige ist derzeit in einem psychiatrischen Krankenhaus. Der Beschuldigte soll forensisch-psychiatrisch begutachtet werden. Abhängig vom Ergebnis könne die derzeitige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in einen Haftbefehl umgewandelt werden, hieß es.

Der mutmaßliche Täter soll vor der Amokfahrt auf eigenen Wunsch hin in einer psychiatrischen Klinik behandeln worden sein. Das sächsische Sozialministerium teilte auf Anfrage von MDR SACHSEN mit, der Mann sei Ende April entlassen worden. „Während der Zeit dieses Aufenthalts in der Klinik bestand keine Eigen- oder Fremdgefährdung.“ Es hätten damit „keine medizinischen Gründe“ vorgelegen, „den Patienten (…) am Verlassen der Klinik zu hindern und damit gegen seinen Willen festzuhalten“.

Konnte schon ein Motiv für die Amokfahrt ermittelt werden?

Nach der mutmaßlichen Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen nicht von einem politischen oder religiösen Motiv des Täters aus. Es gebe auch keine Anhaltspunkte für einen weiteren Tatbeteilligten.

Das Tatmotiv des 33 Jahre alten mutmaßlichen Amokfahrers von Leipzig liegt vermutlich in einer Ausnahmesituation im nahen sozialen Umfeld. Das sagte der sächsische Innenminister Armin Schuster MDR SACHSEN.