Klare Botschaft an Politik

Münchner Verein schlägt Alarm: Deutsche fürchten Altersarmut

08.05.2026 – 12:52 UhrLesedauer: 2 Min.

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Eine Seniorin im Supermarkt (Archivbild): Aufgrund der Inflation müssen viele noch mehr auf die Preise achten. (Quelle: IMAGO/Martin Wagner)

Ein Münchner Verein setzt sich für das Thema Altersarmut ein. Jetzt hat er eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Mit einem erschreckenden Ergebnis.

Wer in München lebt, zahlt oftmals hohe Mieten. Auch die Lebenshaltungskosten sind verhältnismäßig hoch. Besonders alte Menschen, die zudem eine geringe Rente beziehen, kämpfen oftmals mit dem Leben in der Stadt. Manche von ihnen sind aufgrund dessen von Altersarmut betroffen. Welche Ängste Betroffene haben und was sie dabei von der Politik fordern, zeigt eine repräsentative Studie des Münchner Vereins Lichtblick Seniorenhilfe.

Die Umfrage macht deutlich, dass Altersarmut in Deutschland nicht nur ein Problem am Rand der Gesellschaft ist, sondern 88 Prozent der Befragten sie für ein großes Problem halten. Der Münchner Verein erhält wöchentlich neue Anträge von Betroffenen, die Unterstützung im Alltag brauchen. 92 Prozent der Befragten gehen außerdem davon aus, dass das Thema Altersarmut in den kommenden zehn Jahren häufiger vorkommen wird.

70 Prozent der Deutschen sind bereits heute um ihre finanzielle Zukunft besorgt. 73 Prozent sind außerdem der Meinung, dass mindestens 1.500 Euro netto im Alter das Minimum sind, das benötigt wird, um den Lebensunterhalt zu bestreiten – „mehr als die aktuelle Armutsgefährdungsschwelle, die 2025 in Deutschland bei 1.446 Euro netto im Monat für Alleinstehende lag“, heißt es vonseiten des Vereins.

Gegründet wurde der gemeinnützige Verein 2003. Damals unterstützte er bundesweit 70 Senioren. 2020 waren es dann 16.000, vier Jahre später (2024) 31.000. Rund 50 neue Anträge gehen wöchentlich bei dem Verein ein. „Wir werden regelrecht überrannt“, sagt Vereinsgründerin Lydia Staltner.

Ein weiteres Problem bestehe zwischen den Geschlechtern. „Altersarmut ist weiblich“, sagt Christina Meyer, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins zuständig ist. Der Frauenanteil der Senioren, die der Verein mit Standorten in München, Deggendorf und Münster unterstützt, liege bei 70 Prozent.

Ein Teil der Lösung des Problems könnte die Politik sein. Laut den Umfrageergebnissen sehen 65 Prozent der Befragten den Staat in der Hauptverantwortung. „Altersarmut ist kein Einzelfall mehr“, sagt Lydia Staltner, Gründerin Lichtblick Seniorenhilfe e.V. „Sie ist für viele Menschen eine reale Angst. Die Politik darf darauf nicht mit Vertröstung reagieren.“