Ein 61-jähriger Zahnarzt ist im südfranzösischen Mende zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Grund: Er hat seinen Patienten reihenweise gesunde Zähne gezogen – einzig und allein aus finanziellem Interesse.

„Er hat seine Patienten verstümmelt, um Geld zu machen“, sagte Staatsanwalt Valery Morron in ihrem Plädoyer. Das Gericht verhängte außerdem ein lebenslanges Berufsverbot gegen den portugiesischen Zahnarzt.

Die Opfer schilderten erschütternde Geschichten. „Ich bin wegen eines Abszesses zu ihm gegangen, und er hat mir alle Zähne gezogen“, erzählte eine 47-jährige Frau namens Anabela. Ihre Tochter Raquel berichtete: „Sie haben meine Familie zerstört. Meine Mutter kann nur noch Püriertes essen, sie wollte nicht mehr weiterleben.“

14 Zähne in zwei Stunden gezogen

Der 54-jährige Pierre wurde ebenfalls Opfer des Zahnarztes: „Mir tat nur der Weisheitszahn weh, aber er hat gesagt, es müsse alles raus.“ Innerhalb von zwei Stunden habe der Angeklagte ihm 14 Zähne gezogen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann die Krankenkasse um 330.000 Euro betrogen hat – durch unnötige oder falsch abgerechnete Eingriffe. Die Ermittler identifizierten 44 Opfer, die tatsächliche Zahl könnte aber noch höher sein.

Angeklagter zeigte keine Reue

Der ehemalige Zahnarzt zeigte sich von den Schilderungen seiner früheren Patienten ungerührt. Er wies alle Vorwürfe zurück und behauptete, er sei Opfer seiner Assistentin gewesen.

„Ich habe nicht den Eindruck, dass ihm das Ausmaß des Trümmerfelds bewusst ist, das er hinterlassen hat“, sagte Anwalt Michel Chomiac de Sas. Der Fall erinnert an die sogenannten Horror-Zahnärzte von Marseille, die 2023 zu langen Haftstrafen verurteilt wurden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 08.05.2026, 12:50, 08.05.2026, 12:43