Derbyzeit in der Regionalliga: Am Samstagabend steigt um 18.30 Uhr in der Jahnhalle das Nachbarschaftsduell zwischen Borussia Mönchengladbach und dem TV Korschenbroich. Nicht nur die Gäste fiebern auf das Spiel hin, auch für die Hausherren hat das Spiel eine besondere Brisanz: Mit einem Erfolg könnten sie den Klassenerhalt in trockene Tücher bringen. „Wir werden natürlich alles daran setzen, beide Punkte in Mönchengladbach zu behalten“, betont Borussen-Trainer Ronny Rogawska. „Allerdings erwarte ich von Korschenbroich keinerlei Geschenke. Wir haben in den letzten Spielen gut performt, aber auch der TVK hat wieder in die Spur zurückgefunden“, weiß er.
Vor der Partie stehen zunächst Verabschiedungen an, denn drei Spieler verlassen die Borussia: Vladislav Slabospytskyi wechselt in die Ratinger Zweitvertretung, Gabriel Westhofen zieht es zu BTB Aachen und Domenik Roth geht zum TuS Opladen. Nach dem Überreichen von „Nettigkeiten“, wird das Spektakel vor ausverkaufter Halle dann direkt losgehen.
Das erste Aufeinandertreffen gewannen die Gäste aus Korschenbroich dank eines Treffers von Mats Wolf in letzter Sekunde mit 28:27, dieses Mal wollen die Hausherren den Spiel für sich – was sicher kein leichtes Unterfangen werden wird. „Korschenbroich stellt schon eine sehr gute Mannschaft. Sie haben eine bärenstarke Abwehr und mit Sven Bartmann und Felix Krüger auch zwei exzellente Torhüter“, ist Rogawska überzeugt. Seine Vorahnung: „Gegen uns werden sie wohl eher defensiv agieren, weil wir auch nicht unbedingt die Shooter aus der zweiten Reihe haben. Also müssen wir die Abwehr mit schnellem Spiel in die Seitwärtsbewegung bekommen, um so Lücken zu erzeugen. Dann dürfen wir uns allerdings keine unvorbereiteten Würfe nehmen und wild drauf los spielen, sondern die nötige Geduld an den Tag legen.“
Ansonsten werde der TVK die Borussen über die schnellen Außenspieler Max Zimmermann und Florian Krantzen bestrafen. „Aber auch wir müssen eine kompakte Deckung stellen und wollen dabei versuchen, über Tempo zum Erfolg zu kommen, was in den letzten Wochen ganz gut gelungen ist. Das ist sicherlich der einfachere Weg, als uns im Positionsspiel aufzureiben“, lautet Rogawskas Matchplan.
Trotz der nachbarschaftlichen Nähe und der Vorfreude aufs Derby, will der TVK ganz auf sich schauen. „Natürlich ist uns ein Derby lieber, statt nach Nümbrecht oder Aachen zu fahren“, gesteht der Korschenbroicher Trainer Frank Berblinger. „Ich glaube auch daran, dass die Borussia in der Liga bleibt, denn sie haben oft genug bewiesen, dass sie durchaus mithalten können, haben aber leider auch schon viel Pech gehabt“, fährt er fort. Allerdings wolle sein Team unbedingt seine positive Serie fortsetzen. „Wenn Dormagen dann noch gegen Rheinhausen gewinnt, haben wir bei einem eigenen Erfolg beste Chancen unseren zweiten Platz bis zum Saisonende zu verteidigen“, hofft er.
Es wird für die Gäste jedoch kein Spaziergang, weiß Berblinger doch um die Stärken des Gegners. „Jordi Weisz und Niklas Weis sind die Spieler, die Struktur in das Angriffsspiel bringen. Dazu stellen sie noch eine gute Deckung und haben sich gegenüber der Hinrunde deutlich verbessert“, zollt er Respekt. Hervorzuheben sei mittlerweile auch das Tempospiel. „Gleichgültig ob die erste oder zweite Welle oder die schnelle Mitte, wir müssen auf alles vorbereitet sein. Das Tempo betreffend ist es eine ähnliche Entwicklung wie bei uns, denn auch wir haben das Tempospiel in der Hinrunde noch vernachlässigt, aber in den letzten Wochen läuft es immer besser“, sagt Berblinger.
Man freue sich auf ein tolles Spiel vor einer tollen Kulisse: „Ein Derby am vorletzten Spieltag, bei dem es noch um etwas geht – mehr kann man doch wohl kaum verlangen“, betont der TVK-Coach. Personell ändert sich bei den Gästen gegenüber der letzten Wochen nichts. Mats Wolf fehlt wegen seines Kreuzbandrisses und Henrik Schiffmann kann wegen seiner Knieprobleme nicht spielen, wird auch im letzten Saisonspiel nicht mehr zum Einsatz kommen.