Vier muttersprachliche Gemeinden feiern Gottesdienst in der Kirche, sie fühlen sich nicht wertgeschätzt. Was das Bistum ihnen nun zusichert.

Wegen des geplanten Verkaufs der St.-Antonius-Kirche in Münster sieht das Bistum Münster sich zu einer zweiten Klarstellung veranlasst. Wie die Bischöfliche Pressestelle mitteilt, sei dazu den Verantwortlichen der Polnischen, Spanischsprachigen, Tamilischen und Eritreischen Gemeinde im Bistum Münster geschrieben worden.

Die Gläubigen sind verärgert über die Entscheidung der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd, die Antoniuskirche abzugeben, wo die vier Gemeinden Gottesdienst feiern. Sie kritisieren zudem die Kommunikation der Entscheidung und fühlen sich mit ihrem Engagement nicht gesehen. Das war bereits in einer ersten Erklärung bedauert worden, unter anderem von Weihbischof em. Dieter Geerlings, Bischöflicher Beauftragter für die Gemeinden anderer Sprache und Riten im Bistum Münster.

Neue Räume sollen rechtzeitig feststehen

Im neuen Schreiben heißt es laut Pressestelle erneut: „Die Gemeinden anderer Sprachen und Riten bereichern die Kirche im Bistum Münster und sind ein unverzichtbarer Teil der katholischen Kirche im Bistum Münster.“ Das Bistum bedauere, dass der Eindruck entstanden sei, diese Gemeinden würden nicht wertgeschätzt. Das Gegenteil sei der Fall.

Das Bistum habe zugesagt, alles dafür zu tun, dass im Sommer verbindliche und für die jeweiligen Gemeinden „passende Entscheidungen“ fallen, in welchen Kirchen sie ab Oktober „Gottesdienste feiern und Ihr lebendiges Gemeindeleben gestalten können“.

Versammlung in St. Antonius

Nach Bistumsangaben werde bereits mit mehreren Pfarreien in Münster sondiert, welche Kirchen und Pfarrheime in Frage kommen. Es werde „keine einsame Entscheidung des Bistums geben. Vielmehr möchten wir über die konkreten Möglichkeiten mit Ihnen sprechen und die Optionen gemeinsam prüfen“.

Es soll demnach Termine mit den Verantwortlichen und Vertretern der Gemeinden geben, um mögliche Orte zu besichtigen. Zudem seien die Mitglieder der vier Gemeinden zu einer Versammlung am Mittwoch, 20. Mai, um 20 Uhr in St. Antonius eingeladen. Dann sollen das Leitungsteam der Pfarrei St. Joseph Münster-Süd und Verantwortliche des Bistums anwesend sein.