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Ignacio Uriarte (links) mit Sammler Carl-Jürgen Schroth und Kuratorin Juliane Rogge. © Peter Dahm
Der Künstler Ignacio Uriarte zeigt ab Samstag seine Werke in Soest. Bleistifte und Schreibmaschinen werden bei ihm zu spannenden Bildern und Installationen.
Soest – Verspielte Kritzeleien, die in strenger Ordnung münden. Zerknülltes Papier, das dreidimensional aus der Fläche wogt. Bleistifte, die geometrische Muster bilden, oder Satzzeichen aus der Schreibmaschine, die zu Tausenden zu Dynamik und Form finden:
Von der „Poesie und Anmut, die Materialien und Prozesse des (Arbeits)-Alltags bergen“, schreibt die Stiftung Konzeptuelle Kunst zur Ausstellung „Dichtung. In Arbeit“ mit Werken von Ignacio Uriarte im Raum Schroth des Museums Wilhelm Morgner.
Auf der Schreibmaschine entstand diese Arbeit. © Peter Dahm
„Es hat was mit Langeweile zu tun“, sagt Uriarte über den Moment, als er, der eigentlich BWL studiert hatte, eine künstlerische Laufbahn nahm. 1972 in Krefeld geboren, trat er nach dem Studium 1995 ins Berufsleben ein. Das Arbeitsumfeld: das typische Büro der 90er Jahre – Bleistifte, Lineale, Textmarker. Und was eine mechanische Schreibmaschine ist, musste man damals auch niemandem erklären.
„Ich war einfach nicht für den Job gemacht“, sagt Uriarte rückblickend. Aus ersten Kritzeleien, wie sie wohl jeder schon einmal beim Telefonieren gemacht hat, wuchsen Ideen und später ein Konzept. Direkt eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen, sei vor dem Studium für ihn überhaupt kein Thema gewesen. Heute ist es für ihn eher ein Glücksfall, dass der Umweg über das Büro am Ende Inspiration und Initialzündung auf dem Weg zu seinem ganz eigenen künstlerischen Ausdruck war.
Kunst aus dem Büro: Eröffnung am Samstag
Neben dem Beruf studierte er audiovisuelle Kunst und entwickelte weiter seinen Stil „konzeptueller Bürokunst“. 2004 ging er für zwei Jahre als „Artist in Residence“ nach Barcelona. Den letzten Bürojob hatte er schon ein Jahr zuvor an den Nagel gehängt. Seine erste Einzelausstellung in Deutschland hatte er 2010 in Arnsberg, wo auch der Soester Sammler Carl-Jürgen Schroth auf ihn aufmerksam wurde. Seit mehr als 15 Jahren gehören Werke Uriartes zum „Herz“ seiner Sammlung, wie Schroth sagt.
In Soest werden Werke aus der Sammlung Schroth und neue Installationen, etwa aus Linealen oder Centmünzen, ab Sonntag, 10. Mai, zu sehen sein. Eröffnet wird die Ausstellung tags zuvor um 17 Uhr, der Eintritt dazu ist frei. Bis zur Finissage am 13. September gibt es mehrere ergänzende Veranstaltungen und Führungen. Am Sonntag, 10. Mai, führt Ignacio Uriarte selbst ab 11 Uhr durch die Ausstellung (Teilnahmegebühr: 5 Euro zuzüglich Museumseintritt). Weitere Termine gibt es hier.