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Mac Machine posiert bei Salzmann: (von links) Peter Ray Chapman, Thomas Werner, Carol McKinney Robinson, Walter Stein, Jerome Jacob, Kim Streater und Andreas Köthe. © privat
Die Fuldataler Band Mac Machine erlebte 2025 ein Comeback der anderen Art. Was das mit einem Düseldorfer Label und einer Gans von Otto Waalkes zu tun hat.
Englisches Stimmengewirr eröffnet die Single „In This World“ der Fuldataler Band Mac Machine. Männer reden durcheinander, lachen, drücken sich Sprüche rein. Ein treffendes Bild, das da von der siebenköpfigen Funk- und Soulgruppe entworfen wird – dazu später mehr. Das dazugehörige Lied, das zum ersten Mal im Jahr 1983 das Licht der Musikwelt erblickte, wurde als Vinyl gemeinsam mit dem B-Seiten-Song „Let Me Go“ Ende 2025 von dem Düsseldorfer Label Funkscapes von Benedikt Meger wiederveröffentlicht.
„Ich fand die Nummer einfach stark“, erklärt Meger seine Wahl. „Sie passt zu dem Sound, den ich als DJ auflege.“ Außerdem empfinde er die 80er, in denen der Funk seinen Weg nach Europa fand, als eine spannende Zeit. Entdeckt habe er „In This World“ – seine 14. Veröffentlichung – 2022 durch Recherche. Als Erstes sucht Meger dann den Kontakt zu den Künstlern oder dem damaligen Label, das es bei der Selbstveröffentlichung von Mac Machine nicht gab. Und dann wurde es für Meger schwierig.
Vinyl und Tonbandaufnahmen am besten
Warum? „Ideal für meine Arbeit sind originale Tonbandaufnahmen der Songs“, sagt der gelernte Diplomkaufmann. Oft seien die aber verloren gegangen oder beschädigt, dann greife er auf Vinylpressungen zurück. Und diese seien bei der Mac-Machine-Single schwer zu bekommen gewesen. Endlich gefunden, wird das Vinyl professionell gereinigt und digitalisiert.
Danach werden störende Elemente wie Rauschen oder Knackser entfernt, bevor es an das Mastern geht. Am Ende folgen der Schnitt und das Pressen der Platten. Über die verschiedenen Schritte werden die Künstler informiert, beim Prozess unterstützt wird Meger von Carsten Dämbkes (Digitalisierung, Restauration, Mastering) und Jannes Becherer (Grafik, Layout).
Keyboarder steuert Begleittext bei
Musikalisch hat der Düsseldorfer, der auch Remixe und Edits erstellt, nichts verändert. Auch das Layout der Hülle ist fast dasselbe wie beim Original. Neu sind die Liner Notes, die der weltweit erhältlichen Platte beigelegt wurden. In dem Begleittext gibt der in Hofgeismar aufgewachsene Mac-Machine-Keyboarder Marcus Loeber einen Überblick über die Bandgeschichte. Gewidmet ist der Text den verstorbenen Mitgliedern Kim Streater (Gesang), Jerome Jacob (Bass) und Walter Stein (Schlagzeug).
Neben ihnen gehörten Carol McKinney Robinson (Gesang, Saxofon), Peter Ray Chapman (Gitarre, Gesang), Thomas Werner (Gitarre, Keyboard) und ab 1984 auch Loeber zur Kernbesetzung der Band. Mit 17 Jahren ersetzte er kurz vor dem Abitur den ausgestiegenen Andreas Köthe. Heute bezeichnet der 58-jährige Loeber die zehn Jahre bis zur endgültigen Auflösung als „wichtige Zeit“ seines Lebens, aus der er viel mitgenommen habe. In der Biografie, an der er schreibt, gehört Mac Machine ein eigenes Kapitel.
Loeber: Mac Machine war chaotischer Haufen
Schon beim Vorspielen bekam Loeber den rau-witzigen Umgangston der Band zu spüren, die größtenteils aus amerikanischen Soldaten bestand. „Zu Konzerten bringst du dann aber auch die andere Hälfte mit, oder?“, hieß es über das kleine Keyboard, auf dem er vorspielte. „Das war schon ein Sauhaufen“, lacht der 58-Jährige. „Musik zu machen war für uns so natürlich, dass es oft zur Nebensache wurde. Es ging um Party machen und Frauengeschichten. Bei Proben haben wir drei Viertel der Zeit nur über Blödsinn gelacht. Wir waren liebevoll rücksichtslos.“
Typisch für die Band sei gewesen, Backstage-Buffets bei Festivals und in Hotels innerhalb weniger Minuten leerzuräumen. „Die anderen haben alles eingepackt, als wären sie im Supermarkt“, erinnert sich Loeber. Etwas Ähnliches passierte beim Mischen des ersten Albums namens „Mutherfunken“: Die Band gastierte zwei Wochen in Otto Waalkes’ Rüssl Studio und futterte sich fleißig durch dessen Kühltruhe. Als Erstes wurde eine gefrorene Gans verputzt. „An einem Abend kam Otto rein und fragte: ,Was ist denn hier los?‘“, erzählt Loeber. „Die Amerikaner kannten ihn nicht und fanden ihn merkwürdig.“
Und wie fand Loeber Megers Plan der Wiederveröffentlichung? „Mir gefiel seine Akribie und dass er die Single auf Vinyl rausbringen wollte“, sagt er. Normalerweise gehe er auf Anfragen dieser Art nicht ein – bei Meger machte er zum Glück eine Ausnahme.