
AUDIO: Nachrichten 13:00 Uhr – 08.05.2026 (6 Min)
Stand: 08.05.2026 13:39 Uhr
In Schleswig-Holstein haben am Freitag Schüler gegen eine mögliche Wehrpflicht demonstriert. Nach Angaben von Innenministerin Finke hatte auch eine als linksextremistisch eingestufte Gruppe für eine Teilnahme geworben.
Bundesweit sind Schülerinnen und Schüler am Freitag, dem 81. Jahrestag zum Ende des 2. Weltkriegs, gegen die mögliche Wiedereinführung einer Wehrpflicht auf die Straße gegangen. Auch in Schleswig-Holstein fanden mehrere Demonstrationen statt. So hatten sich gegen 10 Uhr Schülerinnen und Schüler in Neumünster am Bahnhof und in Flensburg am Rathausplatz versammelt. Laut Polizei demonstrierten in Neumünster 50 Menschen, in Flensburg waren es 300. Eine weitere Kundgebung fand in der Itzehoer Innenstadt (Kreis Steinburg) statt. „Nie wieder Krieg!“ und „Nie wieder Wehrpflicht!“ forderten die Schülerinnen und Schüler.
Größte Demonstrationen in Kiel und Lübeck

Bundesweit demonstrierten heute Schülerinnen und Schüler gegen eine mögliche Wehrpflicht.
In Kiel fand am Vormittag eine Demo am Exerzierplatz mit gut 550 Teilnehmenden statt, wie die Polizei mitteilte. Während der Demonstration in Lübeck wurde nach Angaben eines NDR-Reporters auch Pyrotechnik gezündet. 100 Teilnehmende hatten sich dort am Klingenberg getroffen. Davon seien nach Angaben der Polizei die meisten keine Schüler gewesen. NDR Reporter sahen viele Demonstrierende mit politischen Flaggen, offenbar vor allem aus dem linken Spektrum. Dabei handelt es sich unter anderem um die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ).
SDAJ wird vom Verfassungsschutz beobachtet
Die SDAJ ist die Jugendorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei. Nach Angaben des Innenministeriums wird die SDAJ vom Verfassungsschutz beobachtet. Ihr gehören hier im Land 50 bis 60 Personen an.
Innenministerin Magdalena Finke (CDU) sagte dazu: „Nach unseren Erkenntnissen des Verfassungsschutzes ruft die SDAJ zu Schulstreiks auf, um die Demonstration auch für sich zu vereinnahmen, auch um deren Ideologie weiter zu betreiben und auch um neue Mitglieder zu werben.“ Die SDAJ rufe dazu auch in den sozialen Medien auf und suche Kontakt Schülerinnen und Schülern. Es sei deshalb wichtig, alle zu informieren vorab und dort auch präventiv tätig zu werden, sagte Finke.

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