Im Nachhinein, denkt Peter Krosch, klingt es absurd. Aber sich mit seinen Schulkameraden darüber lustig zu machen, was der Pater gerade wieder mit wem getan hat, war für ihn der einzige Weg, das Ganze zu kompensieren. Vom Begreifen könne keine Rede gewesen sein, Ende der 1970er-Jahre im Internat Vossenack. Wie wollten Elfjährige auch begreifen, was es bedeutet, wenn der Pater, eine Respektsperson, zur Schlafenszeit ins Dreierzimmer kommt, sich zu einem Schüler ans Bett setzt und unter die Bettdecke fasst? Was blieb ihnen übrig, als es starr zu ertragen und am nächsten Morgen Witze darüber zu machen: „Na, war er auch wieder bei dir? Konnte er seine Finger nicht von dir lassen?“ So etwas hätten sie sich zugerufen, sagt Krosch.