US-Präsident Donald Trump hat am Freitag eine dreitägige Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine angekündigt. Wie Reuters unter Berufung auf einen Beitrag Trumps auf seiner Plattform Truth Social berichtet, sollen die Kämpfe vom 9. bis 11. Mai ruhen. Geplant sind ein Stopp aller Kampfhandlungen und ein Austausch von je 1000 Kriegsgefangenen.
„Hoffentlich ist es der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart geführten Krieges“, schrieb Trump. Die Gespräche zur Beendigung des Krieges kämen Schritt für Schritt voran. In Russland werde der Tag des Sieges gefeiert, „aber ebenso in der Ukraine, weil auch sie im Zweiten Weltkrieg eine große Rolle spielte und erheblichen Anteil daran hatte“.
Selenskyj dankt Washington
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Vereinbarung am selben Tag auf Telegram. Russland habe in den von den USA vermittelten Gesprächen dem Austausch von je 1000 Kriegsgefangenen zugestimmt. Auch die Waffenruhe an den drei Tagen sei abgesprochen. Laut dem ukrainischen Portal Censor.NET dankte Selenskyj Trump und dessen Team für die Vermittlung und erklärte: „Wir erwarten von den Vereinigten Staaten, dass sie dafür sorgen, dass die russische Seite die Vereinbarungen einhält.“
Selenskyj verwies laut Censor.NET auf die humanitäre Seite: „Der Rote Platz ist für uns weniger wichtig als das Leben der ukrainischen Kriegsgefangenen, die nach Hause zurückkehren können.“
Verhandlungen stocken wegen Donezk
Die Ankündigung folgt auf ein mehr als anderthalbstündiges Telefonat zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 29. April. Putin habe dabei laut Censor.NET die Bereitschaft zu einer Waffenruhe rund um den 9. Mai signalisiert.
Russland kündigte am 4. Mai einseitig eine Feuerpause für den 8. und 9. Mai an. Die Ukraine schlug eine unbefristete Waffenruhe vor, die nach Reuters-Angaben in der Nacht zum Dienstag begann. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, frühere Feuerpausen gebrochen zu haben. Die Ukraine greift seit Längerem systematisch russische Öl-Exportanlagen und Raffinerien an, um die russischen Einnahmen aus dem Export fossiler Energien zu verringern.
Die von den USA vermittelten Gespräche stocken laut Reuters vor allem am Streit um die ostukrainische Region Donezk. Moskau verlangt einen Rückzug ukrainischer Truppen aus Gebieten, die Russland in mehr als vier Jahren Krieg nicht erobern konnte. Kiew lehnt es ab, kontrolliertes Gebiet abzutreten. Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow war laut Reuters am Donnerstag zu Gesprächen mit US-Vertretern in Miami eingetroffen.
In der Ukraine wird seit 2023 am 8. Mai offiziell an den Sieg über den Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg erinnert. Der 9. Mai ist dort seither, wie in der EU, Europatag.
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