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München – Die Surfer in München jubeln: Endlich ist das berühmteste Wellenreiter-Mekka abseits des Meeres wieder zurück. Nach mehr als 180 Tagen Zwangspause dürfen sie nun ganz legal auf der Eisbachwelle wieder ihre Tricks zeigen. Und zwar dauerhaft!

Ab sofort ist das Surfen im Englischen Garten unterhalb der Eisbachbrücke wieder erlaubt. Vor einigen Tagen hatte sich die Welle schon wieder aufgerichtet, die ersten Surfer trauten sich wieder in die Fluten. Doch zu diesem Zeitpunkt war das Surfen noch verboten. Der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (35, Grüne) gab nun am Freitag die Welle wenige Stunden nach dem Beschluss über die Bildung der neuen Rathauskoalition frei.

Die Münchner Surfer ziehen täglich Hunderte Zuschauer an den berühmten Eisbach

Die Münchner Surfer ziehen täglich Hunderte Zuschauer an den berühmten Eisbach

Foto: Stefan M. Prager

„Das Surfen am Eisbach ist Teil des Münchner Lebensgefühls, die Eisbachwelle ist ein Wahrzeichen der Stadt München“, sagte Krause. Lange lag die Welle zuletzt brach. Im April 2025 starb eine Frau, weil sich die Sicherheitsleine ihres Surfbrettes am Boden verhakt hatte. Daraufhin schaufelten im vergangenen Herbst städtische Bagger bei einer Bachbett-Reinigung Kiesablagerungen weg und kratzten Moos von der Rampe. Ergebnis der gut gemeinten städtischen Aktion: Die natürliche Kiesrampe war zerstört, das Wasser floss zu schnell, die Welle baute sich nicht mehr auf.

Moos bringt die Welle wieder zum Laufen

Daraufhin begann ein Katz-und-Maus-Spiel: Surfer hingen nachts Einbauten und Rampenkonstruktionen ins Wasser, die Welle lief plötzlich wieder. Kurz darauf kamen städtische Mitarbeiter, um die illegalen Rampen zu entfernen.

Eine seiner ersten Amtshandlungen: Münchens neuer OB Dominik Krause gab offiziell die Eisbachwelle wieder frei

Eine seiner ersten Amtshandlungen: Münchens neuer OB Dominik Krause gab offiziell die Eisbachwelle wieder frei

Foto: Peter Kneffel/dpa

Zuletzt durfte die Surfer-Community jedoch mit offizieller Erlaubnis Rampenkonstruktionen im Eisbach testen. Doch um diese dauerhaft im Wasser platzieren zu können, wären komplexe Genehmigungsverfahren notwendig. Jetzt scheint es, als wäre Moos nachgewachsen – und hätte auf natürliche Weise dazu geführt, dass sich die Welle ohne Einbauten wieder aufrichtet. Daher stand einer offiziellen Wiedereröffnung der Welle durch die Stadt nichts mehr im Wege.

Nur erfahrene Surfer dürfen auf die Welle

Laut einer aktuellen Allgemeinverfügung dürfen „geübte und erfahrene Flusssurfer auf eigene Gefahr“ an der Welle surfen, und zwar nur bis 22 Uhr. Nachts ist das Surfen verboten. Zudem müssen Surfer ihre Sicherungsleine am Surfbrett so modifizieren, dass sie sich bei starkem Zug selbst öffnet. So soll verhindert werden, dass ein Surfer in der Strömung mit seinem Brett unter Wasser gezogen wird.

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Dennoch wolle sich die Münchner Surfer-Community nach BILD-Informationen weitere Versuche mit Rampen vorbehalten. Jedoch nur dann, wenn die Welle wieder dauerhaft verschwinden würde.