Zwischen Ukraine und Russland

Trump verkündet Waffenruhe – und macht Andeutung

08.05.2026 – 22:55 UhrLesedauer: 2 Min.

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US-Präsident Trump hat eine Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland verkündet. (Quelle: Mark Schiefelbein/AP/dpa/dpa-bilder)

Russland und die Ukraine sollen ab Samstag die Waffen schweigen lassen – auf Bitten Trumps. Doch eine Seite hat schon zuletzt bewiesen, wie wenig das bedeutet.

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben eine dreitägige Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine vermittelt. Sie soll ab Samstag gelten und alle Kampfhandlungen aussetzen – sowie den Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen umfassen.

„Hoffentlich ist dies der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart ausgetragenen Kriegs“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die Bitte sei direkt von ihm an beide Seiten herangetragen worden. Er sei Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj „sehr dankbar“, dass sie zugestimmt hätten. Die Gespräche zur Beendigung des Kriegs – „des größten seit dem Zweiten Weltkrieg“ – gingen weiter. „Jeden Tag kommen wir näher ans Ziel“, sagte Trump.

Selenskyj bestätigte die Vereinbarung und dankte Trump für seinen diplomatischen Einsatz. „Ein Waffenruhe-Regime muss für die Tage 9., 10. und 11. Mai eingerichtet werden“, schrieb er auf X. Er habe sein Team angewiesen, alles dafür vorzubereiten – die Ukraine wolle ihre Gefangenen nach Hause holen. Russland habe dem Gefangenenaustausch zugestimmt.

Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow bestätigte die Waffenruhe laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Die Einigung sei in den jüngsten Telefonkontakten mit der US-Führung zustande gekommen. „Die US-Vertreter hatten ihrerseits Kontakt nach Kiew“, sagte er.

Bereits seit Freitag galt rund um den russischen Tag des Sieges am Samstag eine von Moskau einseitig ausgerufene Waffenruhe – die nach ukrainischen Angaben kaum eingehalten wurde. Kiew sah sich daher bislang nicht veranlasst, seinerseits die Waffen schweigen zu lassen.

Am Donnerstag hatte sich Rustem Umjerow, Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats der Ukraine, mit US-Vertretern getroffen. Dabei ging es nach Angaben Selenskyjs um Sicherheitsgarantien und humanitäre Fragen wie den Gefangenenaustausch. In den nächsten Wochen erwartet Kiew Gesandte Trumps – als Termin nannte Selenskyj die Zeitspanne bis zum Beginn des Sommers.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Zuletzt hatte es bei den Verhandlungen kaum sichtbare Fortschritte gegeben – auch weil die USA durch den Iran-Krieg abgelenkt sind.