Lost Place

Zwischen alten Panzern und Bunkern durch den Wald spazieren

08.05.2026 – 23:19 UhrLesedauer: 2 Min.

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Ein verfallener, rostiger M47 Patton im Wald: Im Brander Wald trifft Natur auf Geschichte. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Rico Mark Rüde / The)

Im Brander Wald bei Aachen entdecken Besucher alte Panzer, Bunker und Militärgeschichte mitten in einem geschützten Naturgebiet.

Wer durch den Brander Wald im Südosten von Aachen spaziert, begegnet nicht nur Natur und ruhigen Waldwegen. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Stolberg-Münsterbusch stehen noch heute mehrere ausrangierte Panzer entlang der Wege und Lichtungen. Die Relikte aus der Militärzeit machen das Gebiet zu einem ungewöhnlichen Ausflugsziel für Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer.

Die Geschichte des Geländes reicht bis in die 1930er-Jahre zurück. Der Truppenübungsplatz wurde 1937 im Zusammenhang mit dem Bau des Westwalls angelegt. Die auch als Westbefestigung bekannte Verteidigungslinie entstand zwischen 1936 und 1940 unter dem nationalsozialistischen Regime zur militärischen Sicherung der damaligen deutschen Westgrenze.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Areal weiterhin militärisch genutzt – zunächst von belgischen Streitkräften, später von der Bundeswehr. Seit 2004 steht der Brander Wald unter Schutz und gehört zu einem europäischen Fauna-Flora-Habitat-Gebiet. Heute verbindet das Gelände eindrucksvoll Militärgeschichte mit geschützter Natur.

Die Fahrzeuge, die alten Bunkeranlagen und auch übrig gebliebene Teile des ehemaligen Westwalls stehen nicht weit entfernt von den Spazierwegen. So müssen Spaziergänger sich nicht durch das empfindliche Naturschutzgebiet bewegen, um die Panzer anzuschauen. Die Fahrzeuge rosten inzwischen und sind zum Teil mit Graffiti übersät. Durch die Witterung sind manche Panzer halb eingegraben, andere stark überwuchert.

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um vier amerikanische Modelle (drei „M47 Patton“ und ein „M41 Walker Bulldog“) sowie einen deutschen Schützenpanzer „Lang HS.30“. Diese Panzer dienten einst als Übungsobjekte und stammen vermutlich aus den 1970er-Jahren.

Doch der Standort ist bis heute kein reines Natur-Idyll. Denn auch heute noch wird der „Panzerfriedhof“ zu Übungszwecken von der Bundeswehr genutzt. Und auch das THW und die Feuerwehr nutzen das Areal zum Training. Deswegen herrscht werktags zwischen 7 und 17 Uhr ein Betretungsverbot. Zusätzlich sollten Besucher immer auf die rote gehisste Flagge achten, die signalisiert, dass gerade Übungen stattfinden. Am Wochenende sind die Wege aber immer zugänglich.

Von Köln aus erreicht man den Wald mit dem Auto in rund einer Stunde. Man kann auf dem Parkplatz am Brander Waldspielplatz (Birkenstraße, 52078 Aachen) parken. Alternativ bietet sich der Parkplatz Buschmühle in Stolberg (52222) an. Von beiden Punkten führen gut begehbare Wege zum Panzerfriedhof. Mit dem Zug (Linien RE 9 und RE 1) und Bus dauert es von Köln aus etwa zwei Stunden.