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Berlin – Erst beleidigt, dann brutal angegriffen! Der FDP-Politiker Helmut Metzner (57) und sein Partner (61) sind in Berlin-Charlottenburg Opfer einer schwulenfeindlichen Attacke geworden. Trotz Hilferufen schritt niemand ein. Das Paar wurde verletzt, der Täter konnte fliehen.
Laut Polizei wurden die beiden Männer am Donnerstagabend gegen 19 Uhr im Schustehruspark zunächst homophob beleidigt. Ein Unbekannter, der mit einem Hund unterwegs war, pöbelte das Paar an. Als die beiden die Polizei rufen wollten, griff der Mann an und stieß Metzner zu Boden. Als der Partner ein Foto vom Angreifer machte, schlug der Täter erneut zu: Er stieß ihn ebenfalls zu Boden, trat und schlug auf ihn ein.

Helmut Metzner bei einer Gedenkveranstaltung zum 90. Todestag von Magnus Hirschfeld in Berlin: Er leitet die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
Foto: picture alliance/XAMAX
Todesdrohung gegen den Partner
Beide Männer wurden verletzt, verzichteten aber auf eine ärztliche Behandlung. Der Täter soll dem Partner gedroht haben: „Wenn ich Dich alleine treffe, bringe ich Dich um.“ Anschließend flüchtete der Angreifer in Richtung Schlossstraße. Fotos des Mannes wurden an die Polizei übergeben. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
„Die Tat steckt uns noch in den Knochen“
Wie der FDP-Politiker in einem Facebook-Post berichtet, sei trotz Hilferufen sei niemand zu Hilfe gekommen. „Die Tat steckt uns noch immer in den Knochen“, schreibt er. Gleichzeitig gibt es offenbar einen Durchbruch bei den Ermittlungen: „Wir kennen nun den Namen und die Adresse des Täters.“ Ein Hinweis aus der Nachbarschaft habe zur Identifizierung geführt. Alle Informationen habe er an Polizei und Staatsanwaltschaft weitergegeben. Das Landeskriminalamt habe sich bereits gemeldet.
Metzner ist geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Die Stiftung setzt sich gegen die Diskriminierung von queeren Menschen in Deutschland ein.