Die Ruhrtriennale ist DAS Festival im Ruhrgebiet für Kunst, Theater und Literatur. Auch in diesem Jahr werden Künster:innen, Schauspieler:innen und Musiker:innen ihre Kunst auf den Bühnen des Reviers präsentieren. Bei der 15. Ruhrtriennale können die Gäste also einiges an Kultur bestaunen und genießen. Ein Besuch lohnt sich immer wieder! Was für ein Programm Euch genau erwarten wird, erfahrt Ihr hier im ruhr-guide.

[ruhr-guide] Ab Ende August ist es wieder soweit: Das Ruhrgebiet wird seiner Rolle als Kulturregion gerecht und veranstaltet einen Monat lang das internationale Festival der Künste, die Ruhrtriennale. Künstler:innen aus aller Welt lassen die Besucher:innen an ihren Werken Teil haben. Unter dem Motto „Longing for Tomorrow“ finden verschiedene Veranstaltungen an mehreren Spielorten in Bochum, Essen, Duisburg und Gladbeck statt. Kultur-Fans dürfen sich das nicht entgehen lassen!
Longing for Tomorrow – Sehnsucht und die Frage nach dem „Morgen“
Wie wollen wir morgen leben? Das Programm der Ruhrtriennale 2026 beschäftigt sich mit dieser Frage. Im Zusammenhang mit dieser Frage ergeben sich weitere Fragen, zum Beispiel in Bezug auf das Zusammenleben sowie zwischenmenschliche Beziehungen. In einer Welt, die sich immer mehr spaltet, ist es wichtig, den Bezug zu anderen Menschen nicht zu verlieren, da der Mensch ein soziales Wesen ist. Wir sehnen uns nach Verbundenheit. Diese Konflikte, die jeder Mensch irgendwie in sich trägt, werden auf der Ruhrtriennale mithilfe von Kunst in Form von Tanz, Theater und Musik inszeniert.
Die Programmpunkte und Highlights der Ruhrtriennale 2026
Auch in diesem Jahr stellen die Veranstaltenden der Ruhrtriennale wieder ein vielfältiges Programm für ihre Besucher:innen bereit. Ein Highlight ist sicherlich die Europäische Erstaufführung „AS WE ARE“ von Germaine Acogny und Gregory Maqoma. Ab dem 16. September finden jeweils Doppelabende statt an denen Germaine Acogny und Gregory Maqoma mit Choreografien tanzenden Widerstand und Menschlichkeit präsentieren. Acogny wird in Joséphine als Joséphine Baker für die Freiheit Schwarzer Frauen einstehen. An ihr hat sich Choreograf Gregory Maqoma inspirieren lassen. Mit Bantu formuliert er eine choreografische Antwort, die vom Vuyani Dance Theatre zusammen mit den Tänzer:innen von Acognys École des Sables präsentiert wird. Die Figuren Joséphine und Bantu leiten durch den Abend mit einem Dialog über Erinnerung, Exil und die Rückeroberung der Identität.

Zahlreiche weitere Premieren wird es auf der Ruhrtriennale 2026 geben, wie zum Beispiel „Rebel Rebel“ von David Bowie, dem Intendant der Ruhrtriennale Ivo Van Hove, Sidi Larbi Cherkaoui, Henry Hey und Jan Versweyveld in der Jahrhunderthalle Bochum. Die Uraufführung des Musiktheater darf man sich auf keinen Fall entgehen lassen, vor allem weil es um das Thema Liebe geht. Zwischenmenschliche Beziehungen sind in der Gesellschaft verboten, doch ein junges Paar wehrt sich und erschafft seine eigene Utopie. „Rebel Rebel“ basiert auf einem der berühmtesten Songs von Bowie, der, laut Van Hove, „[…] einer der größten und visionärsten Künstler unserer Zeit“ war.
Darüber hinaus wird das Stück „Deutscher Herbst“ von Christopher Rüping und dem Deutsches Theater Berlin erstmalig aufgeführt. Der Träger des Theaterpreises 2025 greift die Frage des schwedischen Autors Stig Dagerman nach der Bereitschaft der Freiheit Deutschlands auf. „Ist dieses Land zur Freiheit bereit?“ In seinem Theaterstück beleuchtet Rüping die deutsche Geschichte und möchte mit der Jahreszeit Herbst eine Zeit des Übergangs, der Verunsicherung und der Verantwortung symbolisieren.
Musikalische Aufführungen auf dem Festival der Künste
Für die musikalischen Highlights sorgt unter anderem erneut Les Apaches !. Bereits bei der Ruhrtriennale im vergangenen Jahr hatten die Künstler*innen Rave mit Ravel verbunden. Nun verschmelzen im Konzert „Vorhang!“ Musik, Performance, Bewegung und Minimalismus miteinander. Weitere Beteiligte sind John Cage und Erik Satie, die für die Musik verantwortlich sind, Julien Masmondet, Gordon, Sarah Silverblatt-Buser, Othman Louati und Philippe Hattat. Bei der Premiere von Erik Saties Skandalballett Parade stürmten Kunstgegner mit dem Schlachtruf „Vorhang!” die Bühne. Jedoch nicht mit einem Vorhang, sondern mit einem Kunstwerk von Pablo Picasso. Diese ungewöhnliche Kulisse wird nun zum Ausgangspunkt für eine neue interdisziplinäre Erfahrung. Lassen Sie sich überraschen.
Wem das noch nicht genug Vielfalt ist, der kann in der Lichtburg Essen den Trommelklängen Ruandas lauschen. „Ingoma! – Der Rhythmus der Revolution“ heißt das Konzert von Odile Gakire “Kiki” Katese, Ross Manson, Ingoma Nshya, dem Volcano Theatre Canada und dem Woman Cultural Centre Rwanda.
„Ingoma“ bedeutet in Kinyarwanda, der Landessprache Ruandas, so viel wie Macht und Trommel. Das Trommeln ist dort ein königliches Ritual zur Ehrung der Geschichte des Landes gewesen. Frauen blieb diese Praxis über Jahrhunderte verwehrt. Doch nach dem Völkermord an den Tutsi in 1994 gründete sich Ruandas erstes weibliches Trommelensemble. Mit Sopranistin Ineza Mugisha erzählen Ingoma Nshya die Geschichten hinter ihrer Musik.

Traditionell, ohne die Vielfalt zu verlieren
Das Festivalzentrum Wunderland unter dem Wasserturm, zwischen Puppenhaus und der Jahrhunderthalle in Bochum, wird in diesem Jahr wieder eine große Rolle bei der Ruhrtriennale spielen, jedoch auch zum letzten Mal. Von Workshops und Sprachkunst über Konzerte und Partys – hier gibt es alles, was das Kulturherz begehrt.
Auf der Ruhrtriennale 2026 werden rund 600 Künstler:innen aus 43 Ländern ihre Kunst präsentieren. 114 Veranstaltungen werden auf die zwölf verschiedenen Locations in fünf verschiedenen Städten im Ruhrgebiet aufgeteilt. Es wird ein bunter Mix vertreten sein an verschiedenen Musikstilen, wie zum Beispiel Klassik und Elektro sowie verschiedene Darstellungsformen des Theaters, beispielsweise Musik- in Kombination mit Sprechtheater. Dadurch wird ebenfalls die Vielfältigkeit des Festivals der Künste deutlich. Kommen Sie im Revier vorbei und sehen Sie selber wie verschiedene Kunstformen und Kulturen miteinander verschmelzen!
Ruhrtriennale 2026 – Longing for Tomorrow
Datum:
20. August bis 20. September 2026
Spielorte:
Bochum
Jahrhunderthalle Bochum, Turbinenhalle, Dampfgebläsehaus und
Festivalzentrum Wunderland
An der Jahrhunderthalle 1, 44793 Bochum
Straßenbahn 302, 305, 310 sowie Bus 345 und 355 bis Haltestelle
Bochumer Verein / Jahrhunderthalle.
ruhr3.com/jahrhunderthalle
Dortmund
Ev. Stadtkirche Sankt Petri und Weitere
Westenhellweg/Petrikirchhof 1, 44137 Dortmund
U-Bahn, Bus, Straßenbahn, Bahn bis Dortmund Hauptbahnhof oder U-Bahn
bis Haltestelle Kampstraße.
ruhr3.com/dortmund
Duisburg
Kraftzentrale/Gebläsehalle/Gießhalle Landschaftspark Duisburg-Nord
Emscherstraße 71, 47137 Duisburg
Straßenbahn 903 bis Haltestelle Landschaftspark Nord.
ruhr3.com/landschaftspark
Essen
PACT Zollverein, UNESCO Welterbe Zollverein
Areal B, Bullmannaue 20a, 45327 Essen
Tram 107 bis Haltestelle Abzweig Katernberg,
Regionalbahn RB 32 / 35 bis Bahnhof Essen Zollverein.
ruhr3.com/pact
Lichtburg Essen
Kettwiger Str. 36, 45127 Essen
U-Bahn, Tram, Bus, Bahn bis Essen Hauptbahnhof.
ruhr3.com/lichtburg
Grillo-Theater
Theaterplatz 11, 45127 Essen
U-Bahn U11, U17, U18 bis Haltestelle Hirschlandplatz.
ruhr3.com/grillo
Gladbeck
Maschinenhalle Zweckel
Frentroper Straße 74, 45966 Gladbeck
Bus 188 bis Haltestelle Maschinenhalle Zweckel.
ruhr3.com/zweckel
Tickets:
Der Ticketshop ist online erreichbar unter www.ruhrtriennale.de; telefonisch unter 0221 280 210 (Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr, Sonntag 12 bis 16 Uhr). Die Abendkasse an den Spielorten öffnet jeweils 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Weitere Infos:
https://www.ruhrtriennale.de/de
Foto 1: Volker Beushausen
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