Das galt in der Concordia am Werth auch diesmal – doch Ausgabe 15 lässt sich auch gut unter dem Stichwort „Kommunikation“ erzählen.

In der heiter-souveränen Moderation von Gabriele Schäfer und Michael Schmidt-Russnak war da etwa Andrea Hedemann zu hören, Aktive und Beiratsmitglied der Kinder- und Jugendfarm Wuppertal. Auf dem in Sonnborn gelegenen Areal vermittelt sie Sozialkompetenzen – was ihr schon das Bundesverdienstkreuz eingebracht hat.

Dort fänden Kinder und Jugendliche zu Naturerlebnis und Zusammenleben, und zwar aus verschiedenen sozialen Hintergründen, wie Hedemann betonte: „Unsere Farm ist attraktiv. Und weil sie so toll ist, haben wir eine gute Durchmischung.“

Ein Film gab einen Einblick: Kinder kümmerten sich um Frettchen und andere Tiere, und etwas Ältere berichteten von der Verantwortung, die sie für die Jungen übernehmen. Ein Beispiel für besagten Kommunikations-Aspekt, der auf der Farm, wie schnell erkennbar, großgeschrieben wird. Hedemann: „Kinder haben ein Rede- und Vorschlagsrecht in den Vorstandssitzungen.“ Wie hier offenbar Austausch gelebt wird, zeigte der Umgang mit Handys: Laut Hedemann gibt es Situationen, wenn ein Kind von anderen gefilmt wird und befürchtet, damit im Netz zu landen. „Dann handeln sie das aus. Sie werden dann sehr mündig.“

Erhellendes und Bedenkliches
aus der Meereswelt

Tückische Seiten der Smartphone-Kultur waren Thema einer Erfolgsproduktion von Gast Tobias Lohf: Der Filmemacher steht hinter der Internetserie „Wishlist“, die von einer übergriffigen App handelt und mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Co-Moderator Michael Schmidt-Russnak hatte mit ihm den Abend begonnen, und Lohf erwies sich schnell als geübter Plauderer: „Zwei Wochen vor Drehstart war unsere Szenenbildnerin in Haft, und wir hatten keine Bildschirme!“ Hintergrund: Als die Mitarbeiterin für die Dreharbeiten in einer alten Skaterhalle 40 Monitore geordert habe, sei die Polizei misstrauisch geworden, eine Kommissarin habe „eine große Sache“ gewittert und die Frau festnehmen lassen.

Mal amüsiert, oft sorgenvoll stimmte der Talk mit der Meeresbiologin und Autorin Frauke Bagusche. Nicht nur gab es erstaunliche Auskunft über einen berühmten Trickfilm-Fisch in puncto Geschlechtswandel: „Der Film war jugendfrei. Eigentlich würde ‚Nemo‘ beim Tod seiner Mutter weiblich, und sein Vater hätte dann Sex mit seinem Sohn.“ Überdies tauchte der Wert von Einvernehmen und Gemeinschaft hier in „tierisch“ auf: Clownfische wie der Leinwand-Sympathieträger leben in Symbiose mit Seeanemonen, also zum beiderseitigen Nutzen – das illustrierten auch eindrucksvolle Tauch-Aufnahmen des Gastes. Zudem, lernte man, wird unter Wasser auch hörbar agiert und reagiert: „Fledermausfische singen unter Wasser“, zwecks Revierabstecken werde von anderen auch schon mal gebrummt.

Verbunden mit dem Meeres-Idyll gab es auch Politisches samt Verhaltensappell: Enorme Mengen an Mikroplastik musste die Biologin weit vom Festland entfernt schon entdecken. Beim laufenden Film bemerkte sie über ein Tier: „Hier haben wir ihm ein Netz von der Vorderflosse geschnitten.“ Geschockt zeigte sich da Moderatorin Schäfer; die Biologin riet zu Appellen an die Politik, der Plastikindustrie Vorgaben zu machen – und dem Einzelnen dazu, verpackungsarm einzukaufen.

Anteilig vielleicht etwas viel Raum erhielt mit WDR-Moderator Marco Lombardo der wohl bekannteste Gast, den er freilich mit Gewinn für alle nutzte. Zumal gerade bei ihm am sozialen Talent kaum Zweifel blieb: Wenn er unerfahrene Menschen interviewe, versuche er die Live-Situation durch entspanntes Reden vergessen zu machen. Mehr: Zu erfahren war auch von seiner Arbeit als Männer-Coach sowie einem jüngst von ihm initiierten Männerchor. Zwei Extras bekam das TalTalk-Publikum durch Lombardos musikalische Seite: Nach einem mit Hingabe gesungenen deutsch-italienischen Stück begleitete er zum Ausklang die Zuschauer zum Beatles-Hit „Hey Jude“. Und auch Zeilen wie „The minute you let her under your skin / Then you begin to make it better“ klingen doch im Grunde nach zusehends erfolgreichem Austausch.