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Berlin – Riesen-Ärger um die große Gesundheitsreform von Nina Warken (46, CDU): Die Kassenärzte gehen gegen geplante Einsparungen auf die Barrikaden! Die Mediziner rechnen vor: Werden u. a. Honorare gekürzt, fallen künftig Millionen Termine weg.

In einer Studie (liegt BILD vor) befürchtet der Kassenärzteverband KBV, dass es in den Praxen 46 Millionen weniger Behandlungen („Behandlungsfälle“) pro Jahr geben könnte. Ein Einbruch um acht Prozent. Im schlimmsten Fall könnten es sogar knapp 170 Millionen Behandlungen weniger sein (minus 30 Prozent). Folge für gesetzlich Versicherte: noch weniger Arzttermine, längere Wartezeiten, Aufnahmestopp in Praxen. Termin-Katastrophe!

Grund: Warken will mit ihrer Reform Milliarden einsparen. Ihr Plan: 2027 sollen Kassenärzte 2,7 Milliarden Euro weniger bekommen, 2030 sogar fünf Milliarden Euro weniger. Warkens Ziel: Mit dem Sparkurs will sie eine Explosion der Kassenbeiträge (zahlt jeder Arbeitnehmer) verhindern.

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (63)

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (63)

Foto: Britta Pedersen/dpa

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (63) warnt, Ärzte seien Unternehmer. Gibt es weniger Geld, müssten die Praxen ihre Angebote einschränken. „Vor uns liegt ein heckenschnittartiges Spargesetz. Kommt es in der bisher vorliegenden Form, werden die Kassenärztlichen Vereinigungen das ambulante Leistungsangebot reduzieren müssen“, so Gassen zu BILD.

So könnten sich die Kürzungen auf die Behandlungen auswirken

Alle Werte gelten pro Arzt und pro Quartal.

Gesundheitsministerin Warken verteidigt die Sparpläne in der „Ärzte-Zeitung“. Die Kostensteigerungen seien „schlichtweg nicht mehr finanzierbar“.

Protest kommt auch vom Koalitionspartner SPD. Deren Fraktionsvize Dagmar Schmidt (53) sagte dem Portal t-online: Es brauche „echte Strukturreformen, die Ausgaben und Versorgungsqualität wieder stärker zusammenbringen“. Die SPD werde u. a. die geplante Anhebung der Arznei-Zuzahlung (von 5 bis 10 Euro auf 7,50 bis 15 Euro je Packung) sowie Einschränkungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern so nicht mitmachen.

Gesundheitsministerin Warken: Kassenbeiträge könnten sogar sinken!Gesundheitsreform von Nina Warken: Bleiben Kassenbeiträge stabil?

Quelle: BILD25.04.2026