Die US-Regierung hat zahlreiche bislang geheime Unterlagen zu angeblichen Ufo-Sichtungen freigegeben. Das US-Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth teilte mit, damit solle der Bevölkerung ein bislang beispielloser Einblick in das Thema ermöglicht werden.

US-Präsident Donald Trump sagte, frühere Regierungen seien mit dem Thema nicht offen genug umgegangen. Nun könnten sich die Menschen mithilfe der Dokumente selbst ein Bild davon machen, »was zum Teufel da vor sich geht«. Hegseth sagte, die lange unter Verschluss gehaltenen Akten hätten über Jahre hinweg berechtigte Spekulationen befördert.

Die Unterlagen wurden vom US-Militär sowie der Bundespolizei FBI und der Raumfahrtbehörde Nasa zur Verfügung gestellt. Die rund 170 veröffentlichten Dateien reichen bis in die 1940er-Jahre zurück und enthalten unter anderem Aufzeichnungen der Apollo-Missionen – etwa ein Foto von »unidentifizierten Phänomenen« im Zusammenhang mit der Apollo-12-Mission von 1969 oder eine Abschrift der Apollo-17-Mission aus dem Jahr 1972. Darin berichtete der Pilot Ronald Evans von »einigen sehr hellen Partikeln oder Fragmenten«, die vorbeigeschwebt seien.

Dokumente sind auf einer neuen Website zu sehen

Die neue Website des US-Verteidigungsministeriums, auf der die Dokumente zu finden sind, zeigt eine Sammlung von Videos, Bildern und Aussagen, die wohl zu weiteren Spekulationen führen werden. Eine Depesche des Außenministeriums von der US-Botschaft
in Tadschikistan aus dem Jahr 1994 beschreibt beispielsweise, wie ein
tadschikischer Pilot und drei Amerikaner ein hell leuchtendes Ufo sahen, als sie mit einem Jet über Kasachstan flogen. Der
Nachricht zufolge machte das Objekt »90-Grad-Drehungen, vollführte
Schrauben und manövrierte mit hoher Geschwindigkeit im Kreis«.

© Lea Dohle

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In einem Militärbericht aus der Ägäis aus dem Jahr 2023 wird ein Ufo erwähnt, das knapp über der Meeresoberfläche flog und »mehrere 90-Grad-Drehungen mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 130 km/h« vollführte. Ein US-Geheimdienstmitarbeiter
schilderte einen weiteren Vorfall aus dem vergangenen Jahr, bei dem er
bei einer Suche mit einem Hubschrauber auf eine »superheiße« Kugel
gestoßen sei, die über dem Boden schwebte und sich mit einer
Geschwindigkeit von etwa 30 Kilometern pro Stunde fortbewegte. Dabei
entdeckte er vier oder fünf weitere Kugeln, die heller und dunkler
wurden.

»Ich habe diese Propaganda so ​satt«

In den Akten finden sich allerdings keine klaren Anhaltspunkte für Spuren von Außerirdischen. Auch eine Einordnung der Bilder und Videos fehlt. Kritiker sehen in der Veröffentlichung den Versuch, von den politischen Belastungen Trumps abzulenken. Dazu zählen der von den USA und Israel geführte Krieg gegen den Iran sowie der öffentliche Druck, weitere Dokumente im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein freizugeben.

Die frühere republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene schrieb auf X, sie interessiere sich überhaupt nicht für die Ufo-Akten. »Ich habe
diese Propaganda, die nur mit glänzenden Objekten ablenken soll,
so ​satt«, schrieb sie.

Trump hatte die Veröffentlichung Mitte Februar angekündigt und diese mit dem »enormen Interesse« der Öffentlichkeit begründet. Der Republikaner warf dem früheren Präsidenten Barack Obama im Februar vor, »geheime Informationen« über Außerirdische preisgegeben und damit »einen Fehler gemacht« zu haben. Obama sagte zuletzt dem Late-Show-Moderator Stephen Colbert, wenn es »kleine grüne Männchen« gäbe, hätte dies jemand aus der Regierung längst ausgeplaudert.

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