
AUDIO: Nachrichten 15:00 Uhr – 08.05.2026 (5 Min)
Stand: 08.05.2026 17:02 Uhr
Christian B., der Hauptverdächtige im Fall der 2007 in Portugal verschwundenen Maddie McCann, soll in eine Schlägerei in Kiel verwickelt gewesen sein. SPD und FDP im Landtag haben Fragen an die Ermittler.
Nach dem Vorfall in Kiel, über den mehrere Medien berichtet haben, wird gegen Christian B. ermittelt. Die Polizei bestätigte NDR Schleswig-Holstein, dass ein Strafverfahren wegen des Verdachts der wechselseitigen Körperverletzung eingeleitet wurde – unter anderem gegen den 49-Jährigen. Gegen wen noch ermittelt wird, ist nicht bekannt. Medienberichten zufolge soll sich Christian B. mit einem Unbekannten geprügelt haben. Die Polizei nennt keine Details zu der Auseinandersetzung oder möglichen Hintergründen und verweist auf laufende Verfahren.
Diskussion über Kontrolle von Christian B.
Der Vorfall wirft bei SPD und FDP im schleswig-holsteinischen Landtag Fragen zur Überwachung des Mannes auf. Die beiden Oppositionsparteien wollen das Thema im Innen- und Rechtsausschuss des Landtages ansprechen. FDP-Innenpolitiker Bernd Buchholz sagte, es bestehe Aufklärungsbedarf, da Herr B. eigentlich unter polizeilicher Kontrolle stehen sollte. Auch der SPD-Abgeordnete Niclas Dürbrook zeigte sich irritiert. Wenn Christian B. – trotz der bestehenden Auflagen – in der Lage gewesen sei, sich zu prügeln, müsse geklärt werden, wie das möglich war, meint Dürbrook.

Neben B. überwachen Experten bundesweit rund 190 Menschen per elektronischer Fußfessel. Und das rund um die Uhr.
Maddie-Verdächtiger lebt offenbar wieder in Kiel
Die Polizei wollte sich nicht dazu äußern, ob es mögliche Fehler bei der Überwachung gegeben habe, auch nicht zu polizeitaktischen Maßnahmen. Christian B. lebt nach Informationen mehrerer Medien seit einiger Zeit wieder in einem Wohncontainer in Kiel. Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig hat B. im Jahr 2020 als Verdächtigen im Fall der verschwundenen Maddie eingestuft, eine Anklage gibt es nicht.
Zuletzt hatte der 49-Jährige eine siebenjährige Haftstrafe wegen der Vergewaltigung einer US-Amerikanerin verbüßt. Er war im September vergangenen Jahres aus einer Justizvollzugsanstalt in Niedersachsen entlassen worden. Seitdem wird er polizeilich überwacht und trägt eine elektronische Fußfessel.

Nach der Haftentlassung werden Straftäter manchmal weiter überwacht. Der Fall von Christian B. in Braunschweig ist aber außergewöhnlich.

Der Beschuldigte im Fall „Maddie“ wird weiter rund um die Uhr bewacht. Strafrechtler Arndt Sinn sagt, das sei richtig und wichtig.
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