Am Freitag, 8. Mai, tagte die Bezirksvertretung (BV) 9 ein letztes Mal im Benrather Bürgerhaus. Dorthin war das Gremium zuletzt ausgewichen, weil das Benrather Rathaus seit Ende 2022 umfassend saniert wird. Die nächste Sitzung am 3. Juli findet dann aber wieder im altvertrauten Ratssaal in dem denkmalgeschützten Gebäude aus Anfang des 20. Jahrhunderts an der Benrodestraße statt.

Wer derzeit am Rathaus vorbeikommt, kann nicht erkennen, dass Ende des Monats das Bürgerbüro aus dem Container zurück ins Haus ziehen soll. Vor Ort sieht es unverändert aus, davor stehen Container für die städtischen Abteilungen. Anfang Juni sollen dann noch die Mitarbeitenden des Bezirkssozialdienstes und der Bezirksverwaltungsstelle folgen, bevor dann die Container nicht mehr den Blick auf die sanierte Sandsteinfassade verstellen. Noch nicht geklärt ist nach Angaben eines Stadtsprechers der Zeitpunkt für einen Rückumzug des Heimatarchivs in seine angestammten Räumlichkeiten im Keller des Gebäudes inklusive der neuen Mietbedingungen. Die Stadt hatte der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath, in die das Archiv integriert ist, eine deutliche Mieterhöhung geschickt. Diese kann der Verein aber nicht so einfach schultern.

Im Vergleich zur Ausgangsprognose haben sich die Kosten für die Maßnahme um 1,4 auf nun 14,93 Millionen Euro erhöht. Ursächlich dafür waren auch Insolvenzen und Kündigungen diverser ausführender Firmen. Deswegen hatte sich auch die Fertigstellung des Rathauses um ein gutes Jahr verschoben. Und auch jetzt kann man bei der Stadt noch keinen Haken an das Projekt machen. Auf Anfrage sagte ein Sprecher, dass auch am Benrather Rathaus bei einer Begehung wie üblicherweise noch Mängel aufgefallen seien. „Ziel ist es, diese vor Einzug der Nutzer abzuarbeiten. Die meisten Restarbeiten und Mängelbeseitigungen sind im Bereich Elektro und Anstrich zu erledigen.“ Dort seien durch Kapazitätsengpässe und Krankheitsausfälle die Arbeiten noch nicht so weit fortgeschritten wie geplant. Darüber hinaus habe es in vielen Gewerken immer wieder Lieferverzögerungen bei benötigten Materialien gegeben, in deren Folge weitere Verzögerungen eingetreten seien.

Eine Meldung der Stadtverwaltung aus der vergangenen Woche, dass das Bürgerbüro Ende April kurzzeitig für zwei Tage schließt und die dann im Laufe des Tages wieder zurückgenommen wurde, basiert laut Stadtsprecher darauf, dass die baurechtliche Abnahme zunächst für den 29. April vorgesehen war, aufgrund einer verspäteten Lieferung der Treppenstufen für eine Nottreppe (Rettungsweg) habe die Abnahme verschoben werden müssen. Aus diesem Grund habe auch der ursprünglich geplante Eröffnungstermin vom 4. Mai verschoben werden müssen. Für den Umzug des Bürgerbüros wird es eine kurzzeitige Schließung geben, der Termin wird rechtzeitig durch die Stadt bekannt gegeben.

Bei der umfassenden Sanierung wurde auch das Trauzimmer verlegt, es befindet sich jetzt in den früheren Räumlichkeiten des Bezirksbürgermeisters. Doch getraut werden soll dort erst dann, wenn auch draußen wieder alles hergerichtet ist. „Das Trauzimmer im Rathaus steht dann zur Verfügung, wenn das Gebäude in Gänze fertiggestellt ist, inklusive Außengelände. Um das einer Trauung angemessene Gesamtambiente anbieten zu können, ist eine Nutzung des Trauzimmers im historischen Rathaus erst mit fertiggestellter denkmalgerechter Außenanlage sinnvoll“, teilte der Stadtsprecher weiter mit. Dann muss sich die Stadt allerdings sputen. Denn auf der Stadtseite www.traukalender.duesseldorf.de können jetzt schon ab dem 22. Juni Trauungen im Benrather Rathaus gebucht werden. Die Trautage sind dann immer von mittwochs bis freitags an den Vormittagen (Januar bis November). Nach der Hochzeit bietet der Rathausvorplatz mit seiner üppigen Grünfläche Gelegenheit, um mit den ersten Gratulanten auf die Hochzeit anzustoßen, ist dort auch zu lesen.