Stand: 08.05.2026 15:28 Uhr
F.C. Gundlach war eine Ikone der Modefotografie, inszenierte Models am Machu Picchu oder im Nachkriegsdeutschland auf Trümmerteilen, lichtete Romy Schneider und Hildegard Knef ab. Zum 100. Geburtstag widmet ihm das Bucerius Kunst Forum die Ausstellung „F.C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone“.
Ein Model in einem wallenden Abendkleid posiert vor Trümmern oder Bademoden, die vor den Pyramiden von Gizeh präsentiert werden. Mit Fotos wie diesen galt F.C. Gundlach als der Mann, der Berlin die Schönheit zurückbrachte und als einer der bedeutendsten Fotografen der Nachkriegszeit. Dieses Jahr wäre F.C. Gundlach 100 Jahre alt geworden. Sebastian Lux hat mit dem Fotografen an seiner Sammlung gearbeitet: „Er war ein sehr neugieriger Mensch, der immer das nächste große Ding gesucht hat“, so Lux. „Er war immer aufmerksam, was sich in der Szene, in der Fotografie und der Museumslandschaft entwickelte und ist sofort angesprungen, wenn er das Gefühl hatte, da passiert irgendwas.“
Stars wie Romy Schneider ganz nah
F.C. Gundlach ist aufgewachsen als Franz Christian, Sohn eines Gastwirts in Hessen. An der Fotoschule soll er eigentlich schon nach kurzer Zeit gefeuert werden – zu wenig Talent, glauben seine Lehrer. Doch schon wenige Jahre später beweist der das Gegenteil. Er verlässt das biedere Nachkriegsdeutschland, zieht nach Paris und verliebt sich in die Mode, die Kunst und das Kino. Er fotografiert Stars wie Hildegard Knef und Romy Schneider hautnah und ungeschminkt. „Es gibt drei Dinge, die Voraussetzung für eine Karriere sind: Punkt eins ist Talent. Punkt zwei ist Disziplin und Fleiß. Und Punkt drei, das könnte der wichtigste sein, ist Fortune,“ glaubt F.C. Gundlach. Und er vereint all das.

Gundlach galt als einer der bedeutendsten Modefotografen der Nachkriegszeit. Geboren wurde der Gründer des Hauses der Photographie am 16. Juli 1926.
Spontaneität perfekt von Gundlach inszeniert

Das Bucerius Kunst Forum in Hamburg zeigt bis Mitte August Fotografien von F.C. Gundlach.
Für die Zeitschrift „Film und Frau“ kehrt er zurück nach Hamburg. Bis in die 1980er-Jahre prägten seine Modefotos Zeitschriften wie den „Stern“ und die „Brigitte“. Gundlach bleibt immer nah an den Menschen. Seine Bilder wirken spontan und sind doch perfekt inszeniert. „Wofür werden diese Bilder geschaffen? Wem begegnet er, dass er zu diesen Orten findet, dass er tatsächlich vor den Pyramiden fotografieren kann?“, fragt Kuratorin Franziska Mecklenburg. „Diese Geschichten dahinter sind natürlich auch wahnsinnig faszinierend“.
Für seine Bilder reist er um die Welt: Neben Bademode vor den Pyramiden in Gizeh entstehen auch Bilder von Kostümen, die er am Machu Picchu inszeniert. Das Model lacht zwischen Lamas.
Gundlach gründet Haus der Photographie in Hamburger Deichtorhallen
Schon früh beginnt Gundlach, Bilder anderer Fotografen zu sammeln. Als Fotografie in der Kunstwelt noch wenig Wert ist, kauft Gundlach Arbeiten von Irving Penn oder Richard Avedon. Er schafft eine Sammlung von Weltruf. In Hamburg gründet er im Bunker am Heiligengeistfeld das Fotolabor „PPS“ (Professional Photo Service), um Fotos schnell und in neuen Techniken zu entwickeln. Zudem gründet F.C. Gundlach das Haus der Photographie in den Deichtorhallen und stellt Stars der Fotografie aus. „Dieses gemeinsame Zusammenkommen, um Fotografie zu leben, zu feiern, zu lieben, das kann man sehr schön durch Zusammenstellungen seiner Sammlung und seinem Werk zeigen“, sagt die Kuratorin Sophie-Charlotte Opitz.

Die Sammlung des Hamburger Fotografen bleibt mindestens für weitere 20 Jahre in den Deichtorhallen und wird sogar noch erweitert.
F.C. Gundlach hat Hamburg einen Schatz hinterlassen. Und gezeigt, wie es gelingt, selbst in düsteren Zeiten, Schönheit zu finden.
Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum läuft bis zum 16. August.